Skip to main content

„Alumni im Interview“ mit Christian Fink


Text: Jana Haver

Christian Fink hat 2010 seinen Master in Interdisziplinärer Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld abgeschlossen. Seit über vier Jahren leitet er die Abteilung Web-Content-Service im Referat für Kommunikation an der Universität Bielefeld. Dort hat er schon während seines Studiums als Hilfskraft gearbeitet. Dieses Wissen hilft ihm heute noch bei seiner Arbeit. Zu seinen Aufgaben zählt alles rund um die Website der Uni, wie Support, Weiterentwicklung, Schulungen und SEO.

Wenn Sie an Ihre Zeit an der Uni Bielefeld zurückdenken, was ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben?

Zu Beginn des Studiums fand ich die schiere Größe der Uni sehr beeindruckend: So viele Menschen, so viele Säle und Räume, so viele Themen … wie eine kleine Stadt mit einem ganz eigenen Flair.

Was nehmen Sie aus Ihrem Studium der Medienwissenschaften für Ihre jetzige Arbeit mit?

Aus dem MeWi-Studium nehme ich mit, dass ich eher ein Techniker als ein Theoretiker bin. Ich fand die freie Wahl des Schwerpunkts mit den Modulen und der Art des Masters sehr spannend und konnte so genau auf meine Interessen abgestimmt die Kurse auswählen, die für mich wichtig waren. Trotzdem habe ich immer wieder mit Studierenden mit anderen Schwerpunkten zusammengearbeitet, was einem die Augen für andere Herangehensweisen öffnet. Besonders das interdisziplinäre Arbeiten und der permanente Blick über den Tellerrand im Master habe ich später bei meiner Arbeit daher gut einsetzen können.

Porträtbild von Christian Fink
Christian Fink, Leiter der Abteilung Web-Content-Service im Referat für Kommunikation an der Universität Bielefeld

Sie haben während Ihres Studiums bereits als studentische Hilfskraft im gleichen Referat, in dem sie jetzt arbeiten, gearbeitet. Wie war es am gleichen Ort zu arbeiten und zu studieren? Und welche Vorteile hat das für Ihre Arbeit heute?

Ich fand es damals schon super, meine Studienzeit an der Uni Bielefeld zu verbringen – egal ob mit dem Studium, mit Kommiliton*innen oder mit der Arbeit. Durch die Arbeit im Referat für Kommunikation – eine recht heterogene Truppe mit verschiedensten Aufgaben und Arbeitsfeldern – konnte ich so mein Wissen aus dem Studium direkt und sehr praktisch anwenden, sowohl den technischen Teil als auch den interdisziplinären Teil. Das Wissen aus meiner Zeit als Hilfskraft hilft mir heute noch immer in der Kommunikation mit anderen Organisationseinheiten und bei der Lösung von technischen Herausforderungen.

Bevor Sie Leiter der Web-Redaktion in der Uni wurden, hatten Sie nach Ihrem Studium verschiedene berufliche Stationen, unter anderem bei Territory. Was nehmen Sie aus dieser Zeit mit?

Meine Zeit bei Territory, einer großen Agentur im Bertelsmann-Konzern, hat meine Kommunikationsfähigkeiten und organisatorischen Skills nochmal deutlich geschärft. Die Agenturwelt dreht sich extrem schnell, wenn man da nicht mit der Zeit geht, verliert man schnell den Anschluss. Trotzdem produziert man leider auch extrem viel für die Tonne wie bei eingestellten Kundenprojekten und ähnlichem. Meine letztendliche Erkenntnis aus dieser Zeit ist, dass man sich von Zeit zu Zeit die Fokus- und Sinnfrage stellen sollte.

Jetzt sind Sie Leiter der Web-Redaktion der Uni. Was macht Ihre Arbeit aus?

Wir arbeiten in einem kleinen, agilen und sehr schlagkräftigen Team, indem wir fast alle Gewerke selbst ausführen können. Das macht uns zu einer Art Schnellboot, wenn wir erste Ideen zu Prototypen und dann zu fertigen Produkten auf unserer Webseite entwickeln.

Neben der Arbeit spielt Sport in Ihrem Leben eine wichtige Rolle. Sie sind schon mehrfach den Herrmannlauf mitgelaufen. Ist das ein guter Ausgleich zum Büro-Alltag?

Der Hermannslauf ist ein tolles Event, an dem ich nun etwas mehr als zehn Mal teilgenommen habe. Das ganzjährige Training dafür und für andere Läufe ist für mich der perfekte Ausgleich zu der vielen Zeit, die ich bei der Arbeit im Sitzen verbringe. Auch wenn ich im Büro einen höhenverstellbaren Schreibtisch habe und jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit komme, muss ich mich jeden Tag noch etwas „zu Fuß“ in der Natur bewegen – das ist mir sehr wichtig. Ich merke, dass es meinem Körper und meiner Arbeit guttut.

Sie haben ein Semester in Neuseeland studiert. Was bedeutet diese Reise für Sie?

Mein Auslandssemester in Neuseeland hat mir die Augen geöffnet für andere Kulturen und Lebensweisen, die ich bis dahin noch nicht kannte. Es hat mich geprägt und mir Orientierung gegeben für das, was wirklich wichtig.

Wenn Sie heute nochmal studieren könnten, würden Sie irgendetwas anders machen?

Auch wenn ich an meinem Weg bisher nichts bereue, kann ich retrospektiv heute sagen, dass ich mich damals schon etwas mehr ins Studium hätte reinknien können. Das denke ich aber genauso über meine Schulzeit. Ich brauchte nach dem Abitur/Studienbeginn etwas, bis ich meinen Fokus gefunden hatte und habe meine Studienzeit vielleicht etwas zu viel genossen. Besonders am Anfang hätte etwas mehr Fokussierung nicht geschadet. Vermutlich würde ich im Bachelor auch nicht erneut Bioinformatik und Genomforschung studieren, sondern eher Computerlinguistik. Aber so ist das eben mit der Retrospektive.

Man kann nicht in Bielefeld studiert haben, ohne…

… sich einmal im Hauptgebäude verlaufen zu haben.

„Alumni im Interview“ ist eine Reihe des Ehemaligennetzwerks der Uni Bielefeld, die verschiedene Absolvent*innen und ihre Werdegänge vorstellt: uni-bielefeld.de/alumni