Der Europatag am 9. Mai bietet einen Anlass, um auf Europa und seine Errungenschaften zu blicken. Die Universität Bielefeld ist Teil der europäischen Hochschulallianz NEOLAiA, die Studierenden neue Wege eröffnet, internationale Erfahrungen zu sammeln. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Mobilitätsformate – darunter auch sogenannte „Blended Intensive Programmes“ oder Summer Schools – die sich bewusst von bekannten Formaten wie Auslandssemestern oder -praktika unterscheiden. Diese kurzen Auslandsaufenthalte kombinieren digitale Vorbereitung mit intensiven Präsenzphasen an Partneruniversitäten in ganz Europa. Für viele Studierende sind sie ein niedrigschwelliger Einstieg in die internationale akademische Welt – organisatorisch überschaubar und persönlich prägend.
Wie solche Erfahrungen konkret aussehen, berichten drei Studierende der Universität Bielefeld, die zu Gast waren an NEOLAiA-Partnerhochschulen im europäischen Ausland: Sofia Rothenburg Picas in Örebro/Schweden sowie Maline Lüer und Saskia Ebert in Ostrava/Tschechien.
Was hat Sie motiviert, innerhalb von NEOLAiA ins Ausland zu gehen?
„Die Möglichkeit, in einem anderen Land und an einer anderen Universität zu studieren, war für mich als Studentin der Erziehungswissenschaften sehr reizvoll“, berichtet Sofia Rothenburg Picas über ihre Teilnahme an einem Blended Intensive Programme an der Universität Örebro in Schweden. „Neue Bildungssysteme kennenzulernen und sie aus erster Hand zu erleben, ist für meine akademische und persönliche Entwicklung äußerst wertvoll.“ Auch Maline Lüer beschreibt, dass der Schritt ins Ausland für sie eine bewusste Entscheidung war: „Ich wollte schon lange einen Auslandsaufenthalt machen, habe mich bisher jedoch nie wirklich getraut. Die Summer School war für mich die perfekte Gelegenheit, einen ersten Einblick zu bekommen, wie ein Auslandsaufenthalt ablaufen kann.“ Für Saskia Ebert spielte vor allem der fachliche Aspekt eine Rolle: „Das Programm wurde mir von einer Professorin empfohlen, weil es sich im Kern mit einem Datendarstellungsprogramm beschäftigt hat, das für mein Studium besonders relevant ist.“ Gleichzeitig betont sie den Mehrwert über das eigene Fach hinaus: „Interdisziplinäre Studieninhalte fand ich schon immer spannend und wichtig.“

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Was haben Sie fachlich und persönlich mitgenommen?
„Eine der wertvollsten Erfahrungen war für mich die Arbeit in einer sehr internationalen Gruppe mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen, Ländern, Lebensrealitäten und Hintergründen“, sagt Sofia Rothenburg Picas. Ähnlich beschreibt es auch Maline Lüer: „Für mich war es toll, neue Fähigkeiten in der Software QGIS zu erlernen und zu sehen, wie Studierende aus verschiedenen europäischen Universitäten mit dem Programm arbeiten.“ Besonders prägend war für sie zudem die Projektarbeit: „Darüber hinaus haben wir in Kleingruppen eigene Projekte erarbeitet und diese im Rahmen einer kleinen Konferenz vor anderen Teilnehmenden präsentiert.“ Auch Saskia Ebert konnte ihren fachlichen Horizont erweitern: „Ich konnte mich vertiefend mit einem Geo-Daten-Verarbeitungs- und Darstellungsprogramm beschäftigen und dadurch meinen Horizont abseits der von meiner Uni angebotenen Möglichkeiten erweitern.“ Gleichzeitig wurden wichtige Schlüsselkompetenzen gestärkt: „Außerdem wurden durch das Projekt wichtige Soft Skills wie das Präsentieren und Aufbereiten von Ergebnissen im Rahmen einer Abschlusskonferenz gefördert.“ Sofia Rothenburg Picas betont darüber hinaus die Perspektivenvielfalt: „Gerade bei Themen wie Inklusion und Diversität brachte die internationale und vielfältige Zusammensetzung der Gruppe eine große Bandbreite an Perspektiven in die Diskussionen ein.“

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Welche Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Neben den akademischen Inhalten blieb auch das Erleben vor Ort in besonderer Erinnerung. Sofia Rothenburg Picas: „Ein Highlight während meines Aufenthalts war die traditionelle schwedische Pause (Fika) im Rahmen des Programms.“ Besonders wertvoll war für sie dabei der informelle Austausch: „Sie bot eine Unterbrechung der Vorlesungen und schuf einen informelleren Rahmen, in dem sich Gespräche ganz natürlich entwickelten.“ In Tschechien spielte das gemeinsame Erleben ebenfalls eine große Rolle. Saskia Ebert berichtet: „Ich habe es sehr genossen, dass wir abseits der universitätsgebundenen Bereiche des Aufenthalts die Möglichkeit bekommen haben Ostrava und die Umgebung zu erkunden.“ Die organisierten Exkursionen seien dabei ein wichtiger Teil gewesen. Auch Maline Lüer hebt diesen Aspekt hervor: „Besonders gefallen hat mir, dass der Fokus nicht ausschließlich auf dem Erlernen neuer Inhalte lag, sondern auch das Miteinander und die zwischenmenschliche Erfahrung eine große Rolle spielten.“ Trotz der kurzen Zeit sei es gelungen, Land und Leute kennenzulernen.

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Würden Sie die Programme weiterempfehlen?
„Ich würde NEOLAiA-Mobilitäten auf jeden Fall weiterempfehlen“, sagt Sofia Rothenburg Picas. Besonders hebt sie das Format hervor: „Das BIP-Format ist eine hervorragende Gelegenheit für einen kurzen Auslandsaufenthalt, der internationale Erfahrung ermöglicht.“ Saskia Ebert empfiehlt die Programme vor allem neugierigen Studierenden: „Ich würde NEOLAiA-Mobilitätsprogramme auf jeden Fall all jenen empfehlen, die bereit sind, über den Tellerrand ihres eigenen Studienfachs zu blicken.“ Maline Lüer sieht darin auch eine Chance zur persönlichen Entwicklung: „Ich würde die NEOLAiA-Mobilitätsprogramme auf jeden Fall allen weiterempfehlen, die über sich hinauswachsen und internationale Erfahrung sammeln möchten.“