- Professor Dr. Oliver Razum in den Beirat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung berufen
- Professorin Dr. Evelyn Ferstl und Professorin Dr. Heide Volkening sind im Sommersemester Gendergastprofessorinnen der Universität Bielefeld
- Professorin Dr. Christina Morina neue Mitherausgeberin der „Blätter“
- Professor Dr. Thomas Hellweg neuer Vorsitzender des Komitees Forschung mit Neutronen
- Dr. Annika Burmester erhält einen Klaus Tschira Boost Grant
Professor Dr. Oliver Razum (65) ist vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den Wissenschaftlichen Beirat „One Health“ berufen worden. Seit 2020 berät dieser das BMZ unabhängig bei der nachhaltigen und entwicklungsorientierten Politikgestaltung, der inhaltlichen Schwerpunktsetzung und Positionierung im Themenbereich One Health. Dabei gibt der Beirat wissenschaftlich Impulse zum Beispiel zu Fragen der Pandemieprävention in Partnerländern und zur sektorübergreifenden internationalen Zusammenarbeit. Der One-Health-Ansatz beruht auf der Erkenntnis, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt eng miteinander verbunden ist und voneinander abhängt. Entsprechend haben Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur direkte Folgen für die Gesundheit von Menschen und Tieren.
Die Beiratsmitglieder aus den Bereichen Humanmedizin, Epidemiologie, Tiermedizin und Umweltwissenschaften entscheiden autonom über die Themenschwerpunkte und Empfehlungen an das BMZ. Bei der konstituierenden Sitzung am 21. April wurden die Schwerpunktthemen von Professor Razum, „bewaffnete Konflikte und Kriege“ und die daraus resultierende Bedrohung der Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen, neu in die Geschäftsordnung des Beirats aufgenommen.
Professor Razum ist seit 2004 Leiter der Arbeitsgruppe Epidemiologie und International Public Health an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld und Experte auf dem Gebiet von Migration und Gesundheit.

© Mike-Dennis Müller
An der Universität Bielefeld sind im Sommersemester zwei Gender-Gastprofessorinnen an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft zu Gast.
Die Literaturwissenschaftlerin Professorin Dr. Heide Volkening (57), Universität Greifswald, wird im Mai in Bielefeld sein. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Philologie der Universität Greifswald und lehrt Literaturwissenschaft und Gender Studies. Gegenwärtig arbeitet sie in dem von der Volkswagenstiftung geförderten Projekt „Cringe. Ästhetik und diskursive Praxis der Schamlust“. Im Rahmen des vom Bundesmisterium für Forschung Technologie und Raumfahrt geförderten interdisziplinären Projektes „Inklusive Exzellenz in der Medizin (InkE)“ der Universität Greifswald beschäftigt sie sich mit Gender als Wissenskategorie in medizinischen Diskursen.
An der Universität Bielefeld wird sie Ende Mai den universitätsweiten Vortrag „Scham und Männlichkeit: Affektpolitiken der Gegenwartsliteratur“ und im Rahmen der Gender Studies einen Vortrag zum Thema Menopause halten. Ein fachwissenschaftliches Seminar für Student*innen und einen Lunch Talk zum Thema „Geschlecht und Wissenschaft als Beruf“ ergänzen das Lehrprogramm.
Heide Volkening ist seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Neuere deutsche Literatur und Literaturtheorie. 2025 wurde ihr der Titel Professorin durch die Universität Greifswald verliehen. Zwischen 2016 und 2024 war sie im Vorstand des Interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung (IZfG) aktiv, seit 2019 in verantwortlicher Position als Vorstandssprecherin. Eine Einladung auf die Max Kade Visiting Professur des German Department führte sie 2016 für ein Semester an die Vanderbilt University in Nashville (USA).

© Universität Bielefeld
Professorin Dr. Evelyn Ferstl (64) ist Professorin für Kognitionswissenschaft und Genderforschung an der Universität Freiburg und kommt im Juni nach Bielefeld. Ihre Forschung befasst sich mit Textverständnisprozessen und deren Interaktion mit sozial-emotionalen Faktoren. Themenfelder sind unter anderem Humor, Inferenzprozesse (Schlussfolgerungsprozesse), Dialektverstehen oder die Wirkung von gendersensibler Sprache. Ihr ist in ihrer Forschung die Brücke zwischen verschiedenen Fachkulturen besonders wichtig.
Evelyn Ferstl studierte Mathematik und Kognitionswissenschaft in München und Boulder, Colorado (USA), habilitierte sich in kognitiver Neurowissenschaft in Leipzig und war als Senior Lecturer an der University of Sussex (Großbritannien) tätig.
Sie wird Mitte Juni zwei Vorträge halten: einen universitätsweiten zum Thema: „10 Fragen zu gender-inklusiver Sprache: Antworten aus der Wissenschaft“ und einen fakultätsbezogenen zu „Grammatik, Bedeutung und Wirkung von Personenbezeichnungen: Experimentelle Studien zu Sprache und Geschlecht“. Zudem bietet sie einen Workshop mit Student*innen, Doktorand*innen und Postdoktorand*innen zu „Wege in der Wissenschaft: persönliche Erfahrungen zwischen den Disziplinen“ an.
Mit einer Gender-Gastprofessur als „Wanderprofessur“ durch die Fakultäten und Einrichtungen setzt die Universität Bielefeld ein Zeichen für die Stärkung von genderspezifischen Inhalten in Forschung und Lehre. Bereits seit 2012 thematisieren Gastprofessorinnen Gender-Aspekte in ihrer Fachdisziplin und sensibilisieren so die Fachcommunity und Studierende für das Thema. Sie stärken zugleich die Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft.
Professorin Dr. Christina Morina (50) gehört ab Oktober 2026 zu den Herausgeber*innen der „Blätter“. Zum 70. Geburtstag verstärkt die Verlagsgesellschaft den Herausgeber*innenkreis. Die „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheinen seit 1956 und verstehen sich als unabhängiges Forum für aktuelle politische Diskussionen. Monat für Monat kommentieren und analysieren die „Blätter“-Autor*innen das politische Geschehen in Deutschland und der Welt. Seit Februar 2026 ist sie zudem ordentliches Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundeszentrale für politische Bildung.
Morina ist seit 2019 Professorin für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie der Universität Bielefeld. Für ihr Buch „Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er-Jahren“ erhielt sie 2024 den Deutschen Sachbuchpreis. 2024 hatte sie für zwei Semester die Theodor Heuss-Professur an der New School for Social Research in New York übernommen. Aus dieser Zeit ist ihr neues Buch „Das amerikanische Beben“ (erscheint im Mai) hervorgegangen.

© Universität Bielefeld/S. Jonek
Professor Dr. Thomas Hellweg (60), Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld, ist neuer Vorsitzender des Komitees Forschung mit Neutronen (KFN). Das Komitee vertritt die deutschen Nutzer*innen der Neutronenforschung gegenüber dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Das KFN ist außerdem ein wichtiger Ansprechpartner für in- und ausländische Organisationen bezüglich aller Fragen, die im Zusammenhang mit der Forschung mit Neutronen stehen.
Professor Hellweg ist Experte auf dem Gebiet der Erforschung von Materie mit Neutronen. Er arbeitet insbesondere an sogenannten „intelligenten“ Materialien und im Bereich der Nanotechnologie. Hellweg ist seit 2010 Professor für Physikalische und Biophysikalische Chemie an der Universität Bielefeld.

© Universität Bielefeld/Mike-Dennis Müller
Dr. Annika Burmester (30), Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe von Professorin Dr. Claudia Alfes an der Fakultät für Mathematik der Universität Bielefeld, hat einen Klaus Tschira Boost Grant der German Scholars Organization (GSO) erhalten. Mit dem Klaus Tschira Boost Grant will die GSO exzellente Wissenschaftler*innen durch flexible Fördergelder für eigene, riskantere sowie interdisziplinäre Projekte oder den Aufbau von Netzwerken unterstützen. Ziel ist es, Karrierewege von (jüngeren) Wissenschaftler*innen flexibler zu gestalten, zu beschleunigen und eine frühe Unabhängigkeit zu fördern.
Burmesters Forschungsschwerpunkt ist die Theorie der multiplen Zeta-Werte. Das sind spezielle unendliche Reihen. Ein Beispiel dafür ist 1 + 1/2² + 1/3² + … „Mich interessiert dabei besonders ihre Verbindung zu Modulformen (spezielle Funktionen mit unendlich vielen Symmetrien) und ihre Anwendung in anderen Gebieten, beispielsweise in der Physik.“
Annika Burmester hat 2023 an der Universität Hamburg promoviert und war zuletzt als Forschungsstipendiatin der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) an der Universität Nagoya (Japan). In dieser Zeit hat sie enge Kontakte zu japanischen Mathematiker*innen geknüpft und ein entsprechendes Netzwerk aufgebaut. Den KT Boost Fund möchte sie auch nutzen, um diese Zusammenarbeit trotz der Distanz aufrechtzuerhalten. Insbesondere möchte sie so Reisen nach Japan und die Einladung von japanischen Wissenschaftler*innen finanzieren.

© Universität Bielefeld