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Testfeld für Straßen-Schienen-Kombifahrzeug eröffnet


Text: Universität Bielefeld

Im Forschungsprojekt „Automated Transport of Road and Rail Goods OWL“, kurz: AuToRail OWL, wird ein Konzept für ein Zweiwegefahrzeug entwickelt, das sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene automatisiert fahren kann und die technische Machbarkeit belegt. Am Alten Bahnhof in Verl-Kaunitz ist dafür jetzt ein Testfeld eingerichtet worden. Auch ein Rangierfahrzeug, das künftig automatisiert zwischen Gleis und Straße wechseln soll, ist angeschafft. Die Universität Bielefeld ist gemeinsam mit der HSBI, der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) und der Verler Immobilien- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (VIW) an dem Projekt beteiligt.

Schwerpunkt der Universität Bielefeld im Projekt AuToRail OWL ist die hochpräzise Lokalisierungs- und Umgebungserkennung für das automatisierte Zweiwegefahrzeug“, erklärt Dr.-Ing. Marc Hesse von der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld: Ein modernes GNSS-System ermöglicht die zentimetergenaue Positionsbestimmung, während eine KI-gestützte Kameralösung die Schienen im Wechselbereich zwischen Straße und Gleis zuverlässig erkennt. Ergänzend sorgen LiDAR- und Ultraschallsensoren für die frühzeitige Detektion von Hindernissen. So entsteht ein intelligentes Sensorsystem, das ein sicheres und präzises Ein- und Ausgleisen während der Fahrt ermöglicht.“ Neben Marc Hesse ist auch Helge Dettmer aus der Arbeitsgruppe Kognitronik & Sensorik an der Technischen Fakultät mit dem AuToRail-Projekt befasst.

Bild der Person
Dr.-Ing. Marc Hesse ist Teamleiter Kognitronik an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld und Vorstandsmitglied des CITEC.

Das wesentliche Ziel des Projektes ist, den Fahrwegwechsel zwischen Straße und Schiene – und umgekehrt – zu automatisieren, sodass dieser mit möglichst geringem Zeitverlust und ohne zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen erfolgt. Darüber hinaus sind Reaktivierungen von nicht mehr lückenlos vorhandenen Bahnstrecken denkbar, da Teilstrecken auf der Straße zurückgelegt werden können. Denn: Viele ländliche Bahnstrecken, insbesondere eingleisige Abschnitte, sind nur gering ausgelastet und stellen ein ungenutztes Potenzial dar.

Mehr zu den neuen Entwicklungen im Projekt AuToRail OWL gibt es in der aktuellen Pressemitteilung der HSBI.

Über das Projekt

Das Projekt „Automated Transport of Road and Rail Goods OWL“ (AuToRail OWL) ist auf drei Jahre angelegt und wird im Rahmen des Programms „Regionale 2022 OWL“ vom Land Nordrhein-Westfalen mit zwei Millionen Euro gefördert. Der Förderbescheid liegt seit Anfang 2024 vor. Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte die Versuchsstrecke bereits Ende 2024 eingerichtet sein. Das Genehmigungsverfahren bei der Landeseisenbahnverwaltung dauerte jedoch länger als erwartet, da einige Rechtsfragen geklärt werden mussten. Im Juli 2025 gab es dann „grünes Licht“, und die Ausschreibungen für die Bauarbeiten zwischen den beiden Bahnübergängen Holter Straße und Peitzweg in Kaunitz konnten auf den Weg gebracht werden. Im September 2025 war Baustart für den Schwellenwechsel, die Asphaltierung sowie für die Errichtung der Halle und des Bürocontainers. Im Januar 2026 wurde das Rangierfahrzeug angeliefert.

Das AuToRail-Projekt ist ein Teil der Initiative vernetzte Mobilität OWL, in der sich zahlreiche Mobilitätsprojekte zusammenfinden. Es ist darüber hinaus vernetzt mit den vielfältigen Mobilitätsinitiativen im RailCampus OWL.