Wir leben in Zeiten vielfältiger Krisen, die zwar alle Menschen betreffen, jedoch in sehr unterschiedlicher Weise. Die Klimakrise und mit ihr verbundene Phänomene wie Kriege, Fluchtmigration, die zunehmende Akzeptanz menschenverachtender Politik stellen die Gesellschaft vor die Aufgabe, bestehende Denk- und Verhaltensmuster grundlegend zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen. Vom 2. bis 5. Juli 2026 findet in Bielefeld deshalb zum zweiten Mal das Festival „Denken.Fühlen.Handeln – Ein Festival für planetarische Gerechtigkeit“ statt. In zahlreichen kostenlosen Veranstaltungen kommen Wissenschaft, Aktivismus und Zivilgesellschaft miteinander ins Gespräch, um Wege einer gerechteren planetaren Zukunft zu erkunden.
Veranstaltet wird das Festival von der Arbeitsgruppe 10 Migrationspädagogik und Rassismuskritik der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld und dem Welthaus Bielefeld e.V.

© Welthaus Bielefeld
Das DFH-Festival 2026 stellt das Thema „Zukünfte“ in den Mittelpunkt und widmet sich unter anderem den folgenden Fragen: Welche gerechtere Zukunft ist denkbar? Welche Denk-, Fühl- und Handlungsweisen sind von Bedeutung, um gerechtere Zukünfte möglich zu machen? Wie zuversichtlich bleiben?
Jetzt steht der Festivalauftakt unmittelbar bevor: Am Donnerstag, 2. Juli 2026, wird das Festival ab 17:00 Uhr in der Wissenswerkstadt Bielefeld offiziell eröffnet. Nach der Begrüßung durch Prof. Paul Mecheril (Universität Bielefeld), Dr. Lara Esther Bartels (Welthaus Bielefeld) und Juliane Sellenriek (Universität Bielefeld) diskutiert das Podium „Welche Zukunft? Wessen Zukunft?“ zentrale Fragen des Festivalthemas. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer unsere Zukunftsbilder prägt und welche Perspektiven dabei oft unberücksichtigt bleiben.
Ein besonderes Highlight des Eröffnungsabends ist um 20:00 Uhr die multimediale Veranstaltung „PLURIVERSUM – Global South Impulse“. Die indigene Aktivistin Patricia Gualinga berichtet vom Widerstand der Kichwa-Gemeinde Sarayaku für den Schutz des Amazonas und stellt Zukunftsvorstellungen vor, die das Leben und Handeln der Gemeinschaft in Ecuador prägen. Ihre Perspektiven verbinden sich mit der Musik von Grupo Sal und Videoarbeiten von Johannes Keitel. Moderiert von Alberto Acosta und Sandra Weiss entsteht ein Dialograum, der globale Perspektiven mit lokalen Fragen verknüpft.
Im Zentrum steht dabei die Idee der Pluriversalität: eine Welt, in der viele Perspektiven gleichberechtigt nebeneinander bestehen und zusammenwirken. Das Thema wird am Freitag, 3. Juli, in einem vertiefenden Workshop in der Wissenswerkstadt weitergeführt.
Das Programm mit über 90 Veranstaltungen wurde in einem partizipativen Prozess mit unterschiedlichen Akteur*innen der Bielefelder Stadtgesellschaft entwickelt und richtet sich an alle, die an den zentralen Fragen unserer Zeit interessiert sind.

© Kulturbüro Grupo Sal
Das vollständige Programm steht unter www.planetarischegerechtigkeit/dfh-festival bereit. Es umfasst Film- und Theatervorstellungen, Workshops und Podiumsdiskussionen, Konzerten und Lesungen und viele weitere Formate an den unterschiedlichsten Orten.