In den letzten Monaten sind fünf Professorinnen und fünf Professoren an die Universität Bielefeld berufen worden. Sie arbeiten beispielsweise in den Bereichen Linguistik der romanischen Sprachen, Theoretische Physik sowie Gesundheitssoziologie und Gesundheitspolitik. Außerdem wurden am Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld Professuren in den Bereichen Hämatologie und Internistische Onkologie, Psychische Störungen und Soziale Neurowissenschaften sowie Pädiatrische Pneumologie und Allergologie besetzt.
- Professor Dr. Gert Aarts, Computersimulationen und Gitterfeldtheorie
- Professor Amin Coja-Oghlan, Mathematik
- Professorin Dr. Christine Dierks, Hämatologie und internistische Onkologie
- Professor Dr. Miguel Gutiérrez-Maté, Linguistik der romanischen Sprachen
- Professorin Dr. Dr. Kristina Hennig-Fast, Psychische Störungen und Soziale Neurowissenschaften
- Professor Dr. Dierck Hillmann, Experimentalphysik mit Schwerpunkt Medizinphysik
- Professorin Dr. Birgit Kalb, Pädiatrische Pneumologie und Allergologie
- Professor Dr. Simon Moser, Experimentelle Festkörperphysik
- Professorin Dr. Nadine Reibling, Gesundheitssoziologie und Gesundheitspolitik
- Professorin Dr. Saphira Shure, Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Rassismus- und Differenzforschung
- Professor Dr. Arvid Herwig, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft / Abteilung Psychologie
- Professor Dr. Olaf Kaczmarek, Fakultät für Physik
- Professor Dr. Max Töpper, Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft / Abteilung Psychologie

© Universität Bielefeld
Professor Dr. Gert Aarts (54) arbeitet zu den Themen stark wechselwirkender Materie und zur Verbindung von theoretischer Physik und maschinellem Lernen. Die Wübben Stiftung Wissenschaft unterstützt seine Berufung auf eine Professur für Theoretische Physik an der Universität Bielefeld über vier Jahre mit 1,58 Millionen Euro. Die Stiftung gab die Förderung Mitte Juli bekannt. Aarts ist die Professur im August angetreten. Weitere Informationen auf dem Aktuell-Blog der Universität (https://aktuell.uni-bielefeld.de/2026/07/15/physiker-gert-aarts-kommt-mit-158-millionen-euro-foerderung-nach-bielefeld/).

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Professor Amin Coja-Oghlan (51) ist seit August Professor für Mathematik, insbesondere Kombinatorik, an der Fakultät für Mathematik. Sein Forschungsgebiet ist die probabilistische Kombinatorik, eine Thematik an der Schnittstelle zwischen Mathematik, Informatik und Physik. Amin Coja-Oghlan hat 2002 an der Universität Hamburg promoviert und sich 2005 an der Humboldt-Universität Berlin habilitiert. Im Jahr 2007 war er als Heisenbergstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Carnegie Mellon University (USA). Nach Stationen in Edinburgh und Warwick wurde er 2012 als Professur an die Goethe-Universität Frankfurt berufen, bevor er 2021 an die Technische Universität Dortmund wechselte.

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Professorin Dr. Christine Dierks (52) wurde im April auf die Professur für Hämatologie und internistische Onkologie berufen und hat gleichzeitig die Leitung der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie am Klinikum Lippe übernommen. Sie ist Expertin für moderne Krebsmedizin. Ihre Schwerpunkte reichen von Tumorimmunologie über CAR-T-Zelltherapien bis hin zu innovativer Diagnostik mit künstlicher Intelligenz. Christine Dierks hat 2025 an der Ludwigs-Maximilians-Universität München promoviert. Weitere Stationen waren das Scripps Research Institute sowie das Genomics Institute of the Novartis Research Foundation in den USA, das Universitätsklinikum Freiburg, wo sie sich 2011 habilitierte und die Universität und das Universitätsspital Zürich (Schweiz). Zuletzt arbeite Dierks als kommissarische Leiterin der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplanta-tion am Universitätsklinikum Halle.

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Professor Dr. Miguel Gutiérrez-Maté (45) ist seit April Professor für Linguistik der romanischen Sprachen an der Universität Bielefeld. Er erforscht Sprachwandel und Mehrsprachigkeit in postkolonialen Sprachökologien des Globalen Südens – insbesondere in der Karibik, Zentralafrika und Südostasien. Außerdem untersucht er, wie Kolonialgeschichte und Migration Sprachen bis heute prägen. Miguel Gutiérrez-Maté promovierte 2013 an der Universität Valladolid (Spanien). Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem als Stipendiaten des Deutschen Akademinschen Austauschdienstes an die Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an die University of California, Irvine (USA). Es folgten Stationen an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Augsburg, wo er sich habilitierte, und eine Professurvertretung an der Universität Freiburg.

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Professorin Dr. Dr. Kristina Hennig-Fast (57), wurde im August zur Professorin für Psychische Störungen und Soziale Neurowissenschaften am Universitätsklinikum OWL ernannt. Fast ist Therapeutische Abteilungsleiterin in der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB). Ihre klinischen Schwerpunkte liegen in der Diagnostik und Psychotherapie von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, somatoformen Störungen, Persönlichkeitsstörungen sowie Traumafolgestörungen. Kristina Hennig-Fast ist Diplom-Psychologin, approbierte Psychologische Psychotherapeutin mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie und zertifizierte Klinische Neuropsychologin. Sie war unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Wien und bereits an der Universität Bielefeld in Forschung, Lehre, Psychotherapie und klinischer Psychologie tätig.

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Professor Dr. Dierck Hillmann (43) ist seit September Professor für Experimentalphysik mit Schwerpunkt Medizinphysik in Bielefeld. Er studierte Physik in Bonn, promovierte 2013 an der Universität zu Lübeck und habilitierte sich dort 2023. Von 2008 bis 2021 arbeitete er in der Forschung und Entwicklung beim Unternehmen Thorlabs, zeitweise auch an der Universität zu Lübeck. Danach war er Associate Professor an der Vrije Universiteit Amsterdam. Seine Forschung wurde dort durch einen ERC Consolidator Grant gefördert, den er nun in Bielefeld fortführt. Er entwickelt schnelle optische Verfahren zur Untersuchung lebenden Gewebes und verbindet neue Messmethoden mit Algorithmen zur Bildrekonstruktion und -auswertung. Ein Schwerpunkt ist die Retina, deren Zellen und Aktivität er mit Licht sichtbar macht.

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Professorin Dr. Birgit Kalb (45) wurde im August zur Professorin für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie am Universitätsklinikum OWL ernannt. Mit der Professur ist die Tätigkeit als Oberärztin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB ) verbunden. Dort wird sie den weiteren Aufbau der Kinder-Lungenmedizin, der Allergologie und der klinischen Forschung am Universitätsklinikum OWL, Campus Bielefeld-Bethel, mitgestalten.
Birgit Kalb wechselt von der Berliner Charité an das Kinderzentrum Bethel. Dort war sie seit 2011 an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin tätig. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte sind unter anderem Nahrungsmittelallergien, schwere Allergieformen und die Identifikation von Risiko- und Schutzfaktoren, die den Verlauf von allergischen Erkrankungen beeinflussen.

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Professor Dr. Simon Moser (43) ist seit August Professor für experimentelle Festkörperphysik an der Fakultät für Physik der Universität Bielefeld. Seine Forschung konzentriert sich auf die Herstellung und Untersuchung atomar dünner Schichten und neuartiger Quantenmaterialien sowie deren elektronische Eigenschaften mittels Photoelektronenspektroskopie. Moser studierte Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und schloss dort mit dem Diplom ab. Zusätzlich erwarb er einen Master am Department of Physics and Astronomy der Stony Brook University (New York, USA). Nach seiner Promotion an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (Schweiz) und einem Forschungsaufenthalt am Lawrence Berkeley National Laboratory (USA) habilitierte er sich 2025 an der Universität Würzburg. 2025 folgte ein Ruf an die Ruhr-Universität Bochum.

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Professorin Dr. Nadine Reibling (43) wurde im September auf die Professur für Gesundheitssoziologie und Gesundheitspolitik an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften berufen. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf dem internationalen Vergleich von Gesundheitssystemen, gesundheitlicher Ungleichheit und der Medikalisierung sozialer Probleme. Nadine Reibling hat an den Universitäten Eichstätt-Ingolstadt, Bloomington (USA) und Mannheim Sozialwissenschaften studiert und an der Universität Mannheim in Soziologie promoviert. Als Harkness Fellow in Healthcare Policy und Practice (2012 bis 2013) forschte sie an der Harvard University zu Primärversorgungssystemen und gesundheitlichen Ungleichheiten. An der Universität Siegen leitete sie die Nachwuchsgruppe MEPYSO. 2022 wurde sie Professorin für Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit an der Hochschule Fulda.

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Professorin Dr. Saphira Shure (41) ist seit Mai Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Rassismus- und Differenzforschung an der Universität Bielefeld. Zuvor war sie an der Technischen Universität Dortmund sowie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg tätig. In Oldenburg hat sie 2019 im Themenfeld „Lehrer*innenbildung in der Migrationsgesellschaft“ promoviert. Seit 2023 leitet sie die BMFTR-Nachwuchsgruppe „Gelingensbedingungen rassismussensibler Lehrer*innenbildung. Eine rassismustheoretische Analyse von Studium, Referendariat und Berufseinstieg“. Aktuell forscht sie außerdem aus einer feministischen und postkolonialen Perspektive zu Sorge und Hochschule. Zuletzt war sie Juniorprofessorin an der Universität Bielefeld.

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Privatdozent Dr. Arvid Herwig (47) ist seit September außerplanmäßiger Professor an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft. Er untersucht, wie Blick- und Körperbewegungen die Wahrnehmung formen und welche Rolle sie bei psychischen Störungen spielen, etwa bei einem verzerrten Bild vom eigenen Körper. Dafür nutzt er Eyetracking, Motion Capture und virtuelle Realität. Arvid Herwig studierte in Bonn Psychologie und arbeitete am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. 2009 promovierte er in Leipzig und erhielt dafür die Otto-Hahn-Medaille. Im selben Jahr kam er nach Bielefeld, wo er sich 2015 habilitierte. Nach drei Jahren in Bremen kehrte er 2022 zurück und forscht in der Arbeitseinheit Klinische Kinder- und Jugendlichenpsychologie und Psychotherapie.

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Dr. Olaf Kaczmarek (54) ist im Juli zum außerplanmäßigen Professor an der Fakultät für Physik ernannt worden. Er erforscht die Eigenschaften stark-wechselwirkender Materie bei hohen Temperaturen und Dichten, wie sie zum Beispiel im frühen Universum direkt nach dem Urknall herrschten. Olaf Kaczmarek studierte Physik an der Universität Bielefeld und promovierte dort in Jahr 2000. Seit 2005 ist er als Akademischer Rat, seit 2008 als Akademischer Oberrat an der Fakultät für Physik tätig. Von 2016 bis 2019 war er Gastprofessor an der Central China Normal University in Wuhan (China). Seit 2017 ist er Teilprojektleiter in zwei Projekten im SFB-TR211 „Stark-wechselwirkende Materie unter extremen Bedingungen“.

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Privatdozent Dr. Max Töpper (52) wurde im September zum außerplanmäßigen Professor an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft der Universität Bielefeld ernannt. Der Klinische Neuropsychologe und Sport-Neuropsychologe hat an der Freien Universität Berlin und der Universität Bielefeld Psychologie studiert, an der Justus-Liebig-Universität Gießen promoviert und an der Universität Bielefeld habilitiert. Berufspolitisch engagiert er sich unter anderem im Vorstand der Gesellschaft für Neuropsychologie .
Aktuell leitet Max Töpper an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Evangelischen Klinikums Bethel die Arbeitsgruppe „Altern und kognitive Neurowissenschaften“. Zentrale Forschungsthemen sind Fahrtauglichkeit und Mobilität im Alter.