Die Zahl dokumentierter antisemitischer Vorfälle an Hochschulen hat sich laut der bundesweiten Dokumentationsstelle RIAS im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen. Diesen besorgniserregenden Trend nimmt das Rektorat der Universität Bielefeld zum Anlass, den nächsten Reflexionsraum an der Universität, am 11. Juni um 16 Uhr im Hörsaal 15, diesem Thema zu widmen.
Referent ist Andreas Stahl, Leiter der Zentralen Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Er sagt: „Der an Hochschulen vorherrschende israelbezogene Antisemitismus ist nicht immer leicht zu identifizieren, weil er häufig in Form von Codes und geschichtsrevisionistischen Narrativen auftritt“.
Im Rahmen des Vortrags sollen typische Formen und der Verbreitungsgrad des akademischen Antisemitismus beleuchtet werden.
Die Reihe „Reflexionsraum“ des Rektorats widmet sich Themen, welche die Gesellschaft besonders beschäftigen. Hierzu lädt die Universität regelmäßig Wissenschaftler*innen ein, die zu aktuellen gesellschaftlichen Konfliktfragen einen Beitrag leisten können. Es ist ein Angebot an die Mitglieder der Universität, aber auch an die Stadtgesellschaft, sich mit fundierten wissenschaftlichen Analysen zu diesen Fragen zu befassen.

© Andreas Stahl
Andreas Stahl leitet die Zentrale Beratungsstelle zu Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (ZeBA NRW). Er ist seit vielen Jahren in der politischen Bildung tätig und Mitherausgeber mehrerer Bücher. Zudem ist er Gründungsmitglied der Gesellschaft für kritische Bildung und Mitglied des Centrums für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) Aachen.
Interessierte müssen sich persönlich per Mail anmelden: diversitaet@uni-bielefeld.de