Wie sich Vulkane auf Klima und Gesellschaft auswirken


Autor*in: Universität Bielefeld

Vulkanausbrüche beeinflussen das Weltklima und damit auch den Lauf der Menschheitsgeschichte. Wie Vulkanausbrüche, Umweltveränderungen und gesellschaftlicher Wandel zusammenhängen, ist bislang jedoch kaum verstanden. Dem will die internationale Kooperationsgruppe „Volcanoes, Climate and History“, („Vulkane, Klima und Geschichte“) abhelfen. Sie kommt vom 21. bis 25. November für die Tagung „Model Simulations“ („Modellsimulationen“) zum dritten Mal am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) zusammen. Auf dem Tagungsprogramm steht auch eine öffentliche Vorführung von Werner Herzogs neuem Film „The Fire Within“ am 23. November um 19.15 Uhr.

Ziel der Tagung ist es, den Einfluss von Vulkanausbrüchen auf das globale Klimasystem besser zu verstehen. In dem Workshop legen die Forschenden den Fokus auf Computermodelle zur Vorhersage und Analyse von Vulkanausbrüchen und ihren Folgen.

„Wie haben unterschiedliche Gesellschaften auf die Einflüsse von Vulkanismus reagiert, warum waren einige Eruptionen katastrophaler als andere und welche Rolle spielten Vulkanausbrüche und die damit verbundenen Klima- und Umweltveränderungen, zum Beispiel bei historischen Pest-Pandemien?“, so Dr. Ulf Büntgen, Professor für Umweltsystem-Analysen am Geographischen Institut der Universität Cambridge, Großbritannien, und Leiter der Kooperationsgruppe.

Ulf Büntgen, ZiF-Tagung zum Thema Vulkane
Prof. Dr. Ulf Büntgen bei seinem Vortrag im Rahmen des ersten Workshops im Zentrum für interdisziplinäre Forschung. Foto: Universität Bielefeld/Philipp Ottendörfer

Um die komplexen Beziehungen zwischen Menschen und Umwelt detailliert untersuchen zu können, agiert die Kooperationsgruppe über etablierte Grenzen zwischen traditionellen Wissenschaftsdisziplinen hinweg. Zu ihnen gehören Expert*innen für Vulkanologie, Geographie, Geschichtswissenschaft und Umwelt-Archäologie, außerdem eine Künstlerin. Durch Dialog und Debatte zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und theoretischen Denkschulen sollen in der Kooperationsgruppe vor allem naturwissenschaftliche Befunde berücksichtigt werden, die zentral für das Verständnis politischer, ökonomischer, gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen sind. Die Ergebnisse der Kooperationsgruppe sollen nicht nur in wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert, sondern in Form eines Dokumentarfilms einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Der Film soll anhand von Interviews mit Expert*innen den Zusammenhang von Vulkanen, Klima und Geschichte aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven darstellen. Er zeigt, wie sich wissenschaftliche Modelle und Paradigmen sowie ihre gesellschaftliche Wahrnehmung in den letzten 50 Jahren veränderten.

Gruppenbild der ZiF-Tagung zum Thema Vulkane
Mitglieder der Kooperationsgruppe bei ihrem ersten Workshop im Zentrum für interdiszipli-näre Forschung. Foto: Universität Bielefeld/Philipp Ottendörfer

Als Teil der Tagung wird am Dienstag, 23. November, um 19.15 Uhr, der Dokumentarfilm „The Fire Within“ (2022) gezeigt. Der Film des Regisseurs Werner Herzog folgt den Geolog*innen und Filmemacher*innen Katia und Maurice Krafft, die ihr Leben der Erforschung von Vulkanen widmeten und schließlich dabei ihr Leben ließen. Herzog stützt sich in „The Fire Within“ fast vollständig auf ihr Filmarchiv und geht ihrer Arbeit und Obsession nach. Das Filmmaterial der Kraffts offenbart die raue, in Aufruhr geratene Natur und die komplexe Beziehung zwischen den Menschen und den ruhelosen Vulkanen.

Eine Einführung in den Film gibt der Vulkanologe und Filmemacher Professor Dr. Clive Oppenheimer von der Universität Cambridge. Er drehte selbst zwei Dokumentarfilme mit Werner Herzog. Der Film wird im englischen Original gezeigt. Für die Teilnahme an der Filmvorführung wird um eine Anmeldung unter zif-group-support@uni-bielefeld.de gebeten. Die Tagung der Kooperationsgruppe wird in englischer Sprache abgehalten.