Jahresempfang mit Preisvergaben und Festvortrag

05.10.2021
von: Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld hatte am 1. Oktober zu ihrem Jahresempfang in das neu eröffnete Hörsaalgebäude Y eingeladen. Die Festrednerin Professorin Dr. Simone Danz von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg widmete sich in ihrem Vortrag dem Thema Menschenrechtsbildung. Eingeladen waren Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur. Der Jahresempfang findet traditionell am letzten Freitag vor Beginn des Vorlesungsbetriebs des Wintersemesters statt.

Jahresempfang mit Preisvergabe und Festvortrag (v.l.): Kanzler Dr. Stephan Becker, Enthinderungsbeauftragte Prof´in Dr. Simone Danz, doppelte Preisträgerin Prof´in Dr. Friederike Eyssel, Gleichstellungspreisträgerin Meidine Padligur, Rektor Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer.
Foto: Universität Bielefeld

Die Festrednerin Simone Danz ist Professorin für Inklusive Pädagogik und Heilpädagogik an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und hat dort auch das Amt der Enthinderungsbeauftragten inne. Mit ihren Arbeits- und Forschungsschwerpunkten orientiert sie sich am gesellschaftlichen Auftrag zur Stärkung der Menschenwürde und der Menschenrechtsbildung. Sie forscht zu Normalitätskonstruktion bei Fachkräften insbesondere im Bereich der Sozialen Arbeit. Die Erziehungswissenschaftlerin stellte ihren Vortrag unter den Titel „Menschenrechtsbildung – eine Aufgabe für alle?!“ Darin bezieht sie sich auf die Bedeutung der Erklärung der Vereinten Nationen über Menschenrechtsbildung und -training aus dem Jahr 2011, die auch von Deutschland ratifiziert wurde.

In ihrem Vortrag betonte sie, wie wichtig es ist, über die Menschenrechte systematisch aufzuklären: Darüber, was die Menschenrechte einfordern und wie sie von jeder einzelnen Person im Alltag umgesetzt werden können. Denn, was Menschen mit Behinderungen am meisten beeinträchtigt, sind die gesellschaftlichen Benachteiligungen und die Reaktionen der Mitmenschen. Ein wichtiger Schritt um dies zu ändern sei die Aufklärung über die Menschenrechte.

Die Festrednerin Prof´in Dr. Simone Danz widmet sich in ihrem Vortrag dem Thema Menschenrechtsbildung. Gleichzeitig wurde ihr Vortrag von Anna Voß in Gebärdensprache übersetzt. Foto: Universität Bielefeld

Eine ganz besondere Ehre wurde der Psychologieprofessorin Dr. Friederike Eyssel zuteil. Sie erhielt an diesem Abend gleich zwei Auszeichnungen: den Karl Peter Grotemeyer-Preis für hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre und den Gleichstellungspreis in der Kategorie „Nachhaltiges Engagement für Geschlechtergerechtigkeit“. Der Gleichstellungspreis wurde außerdem an die Organisationsgruppe Frauen*seminare, aus der Abteilung Psychologie der Universität Bielefeld vergeben.

Gleichstellungspreis in neuer Kategorie
Gleich zwei Preisträgerinnen erhalten in diesem Jahr den Gleichstellungspreis der Universität in der neuen Kategorie „Nachhaltiges Engagement für Geschlechtergerechtigkeit“. Die Organisationsgruppe Frauen*seminare in der Abteilung Psychologie ermöglicht Seminare und Vorträge, die ausschließlich für Frauen geöffnet sind und so einen ge-schützteren Rahmen für einen persönlichen Austausch über sensible Themen ermöglichen: Diese Aufgabe übernimmt die Organisationsgruppe Frauen*seminare der Abteilung Psychologie. Vor rund 40 Jahren gründete sie sich, damals noch unter dem Namen Frauenseminargruppe. Heute trägt die Gruppe ein Sternchen im Namen: Frauen* soll sichtbar machen, dass die Mitwirkenden ein diversitätssensibles Konzept von Frauen haben. Auch aus diesem Grund sind inzwischen einige Veranstaltungen der Gruppe auch für Interpersonen, nicht-binäre Menschen, Transpersonen und Menschen geöffnet, die sich ohne Geschlechtsidentität erleben. Die Jury des Gleichstellungspreises würdigt die „Bedeutung des langjährigen sehr erfolgreichen ehrenamtlichen Engagements der Studierendengruppe“. Mit der Preisvergabe soll auch der jahrelange Einsatz der früheren Akteurinnen der Gruppe anerkannt werden. Die Auszeichnung nahm stellvertretend die Studentin Meidine Padligur entgegen.

Die beiden Preisträgerinnen des Abends (v.l.): Meidine Padligur erhält stellvertretend für die Organisationsgruppe Frauen*seminare der Abteilung Psychologie den Gleichstellungspreis, Prof´in Dr. Friederike Eyssel den Gleichstellungspreis sowie den Karl Peter Grotemeyer-Preis. Foto: Universität Bielefeld

Prof’in Dr. Friederike Eyssel wurde dafür ausgezeichnet, dass sie sich vielfach und kontinuierlich für Geschlechtergerechtigkeit einsetze – als Forscherin, Führungskraft, Hochschullehrerin und als Privatperson. Die Jury: So engagiert sich Eyssel in der Gleichstellungskommission der Abteilung Psychologie, aktuell als Vorsitzende. Sie wirkte bei der Einwerbung von zwei Gender-Gastprofessuren mit. Die Psychologieprofessorin organisierte Workshops und weitere Veranstaltungen für Nachwuchswissenschaftlerinnen. Auch unterstützt sie Frauen bei der Bewerbung auf Stipendien und internationale Masterprogramme und bietet Praktika für Schülerinnen an. Friederike Eyssel leitet die Forschungsgruppe Angewandte Sozialpsychologie und Geschlechterforschung an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft sowie am Institut CITEC der Universität Bielefeld. Die Jury würdigt, dass Eyssel auch als Führungskraft vorbildlich im Sinne der Gleichstellung handelt. So trage sie durch die Schaffung einer kinder- und familienfreundlichen Arbeitsatmosphäre zur Bindung der Mitarbeiter*innen, zur Arbeitszufriedenheit und dem Erfolg ihrer Forschungsgruppe bei.

Mehr Informationen zum Gleichstellungspreis 2021.

Karl Peter Grotemeyer-Preis für hervorragende Lehre
Mit gleich fünf Einreichungen haben Studierende die Psychologieprofessorin Dr. Friederike Eyssel für den Karl Peter Grotemeyer-Preis 2021 für hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre nominiert. Sie waren sich einig: Die 42-jährige Dozentin aus der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft vermittelt Wissen abwechslungsreich und auf Augenhöhe mit den Studierenden und weckt so Freude an sozialpsychologischer Forschung. Das überzeugte auch die Jury. In diesem Jahr feiert der Grotemeyer-Preis Jubiläum: Bereits zum 25. Mal wird er an herausragende Lehrende verliehen. Gestiftet wird der mit 3.000 Euro dotierte Preis von der Universitätsgesellschaft Bielefeld. Im Video erläutern die Studierenden ihre Begeisterung für ihre Dozentin. Mehr Informationen zum aktuellen Grotemeyer-Preis.

Der Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft Dr. Rainer Wend (links) überreichte gemeinsam mit dem Sponsorvertreter Dr. Bernd Christian Balz (Deutsche Bank) und der Prorektorin für Studium und Lehre Prof´in Dr. Birgit Lütje-Klose die Urkunde an die Preisträgerin Prof´in Dr. Friederike Eyssel. Foto: Universität Bielefeld


Rektor Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer gab in seinem Vortrag Einblicke in aktuelle Entwicklungen an der Universität Bielefeld. Er berichtete insbesondere über die Meilensteine der Universität im Wandel. Einer davon ist die Medizinischen Fakultät OWL: Für die ersten 60 Medizinstudierenden beginnt dieses Wintersemester das Studium. Auch über die langfristigen Pläne der Universität berichtete er, unter anderem über die weiteren Schritte, um ein Exzellenzcluster aufzubauen.

Das Primus Duo (David Filipe und Pavel Efremov, v.l.) begleiteten die Veranstaltung musikalisch. Foto: Universität Bielefeld