„Internationale Mobilität ist und bleibt wichtig“

02.02.2021
von: Universität Bielefeld

Zum Jahresbeginn 2021 hat die neue siebenjährige Erasmus-Programmgeneration begonnen. Internationale Mobilität in Forschung, Studium und Lehre – wie ist das in Pandemiezeiten überhaupt möglich? Ein Interview mit Professorin Dr. Angelika Epple, Prorektorin für Internationales und Diversität, über virtuelle Mobilitätsformen, neue internationale Partner und ein bisschen Fernweh an der Universität.

Professorin Dr. Angelika Epple, Prorektorin für Internationales und Diversität. Foto: Universität Bielefeld/S. Jonek

Frau Epple, das neue Erasmus-Programm 2021 – 2027 hat begonnen. Eigentlich eine Randnotiz, oder?
Nicht in diesen Zeiten! Erasmus ist das wichtigste Programm in der Internationalisierungsstrategie unserer Universität, auch wenn klassische physische Mobilität aktuell schwierig ist. Wir wollen an Themen der Internationalisierung dranbleiben und deshalb freue mich umso mehr, dass wir auch beim Antrag für die Erasmus Charta for Higher Education (ECHE) erfolgreich waren. Dies ist die Voraussetzung, um Austausch von Studierenden, Personal und Wissenschaftler*innen fördern zu können.

Das neue Erasmusprogramm ermöglicht mehr als zuvor, vor allem in den Bereichen Inklusion, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. So gibt es zusätzliche Mittel für Studierende mit Kindern, Studierende mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen und Studierende aus Erstakademiker*innen-Familien, die ins Ausland möchten. Bei Mobilitätskosten werden Zugreisen anstelle von Flugkosten stärker gefördert. Und das dritte neue Themenfeld – die Digitalisierung – ist aktuell wohl relevanter denn je.


Digitalisierung von internationaler Mobilität – was bedeutet das konkret?
Gefördert werden neue Formen digitaler oder hybrider Mobilität, zum Beispiel Summer Schools mit Partnern aus mehreren Ländern, die aufgeteilt werden können in physische und virtuelle Formate. Die digitalen Formen sind dabei kein Ersatz, sondern ein zusätzliches Angebot, um internationale Mobilität realisieren zu können. Auf Verwaltungsebene werden die Abläufe, dort wo noch nicht geschehen, durch „Erasmus without Paper“ auf rein digital umgestellt.

Weitere Neuerungen im Programm sind bessere Förderungsmöglichkeit für Doktorand*innen und „Erasmus International Dimension“, um Mobilität außerhalb von Europa zu fördern. Letzteres möchten wir für die Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partneruniversitäten in Guadalajara (Mexiko), Osaka (Japan) und Alberta (Kanada) nutzen.

Apropos internationale Partner – wie steht es eigentlich um NEOlAiA, das internationale Netzwerk mit bisher fünf anderen jungen europäischen Hochschulen?
Bisher arbeiten wir in dem Netzwerk gemeinsam mit den Universitäten Jaén (Spanien), Ostrava (Tschechien), Suceava (Rumänien), Šiauliai (Litauen) und Örebro (Schweden). Der Arbeitsschwerpunkt der Universität Bielefeld liegt darauf, das Thema Diversität voranzutreiben, zum Beispiel eine barrierefreie Navigation an allen Standorten der Partner weiterzuentwickeln und ein Joint Degree „Diversity und Inclusion studies“ zu entwickeln. Seit 2021 haben wir übrigens eine neue Partneruniversität im Netzwerk: die Universität Salerno in Italien. Salerno ist eine Volluniversität mit 36.000 Studierenden, 2.000 Beschäftigten, zahlreichen Bachelor- und Masterprogrammen, vier davon englischsprachig. Die italienischen Kolleg*innen werden sich mit dem Thema Lehre und Gemeinsame Abschlüsse („Joint Degrees“) beschäftigen.

Viele neue internationale Möglichkeiten – wie werden diese denn in Zeiten der Pandemie angenommen?
Die digitalen Info-Veranstaltungen des International Office zu Go Out-Angeboten waren im laufenden Wintersemester mehr als doppelt so gut besucht wie in anderen Jahren. Das zeigt das große Interesse der Studierenden und Beschäftigten. Natürlich gibt es auch viele Nachfragen zu Auslandsaufenthalten. Was wir aber vor allem sehen: Internationale Mobilität ist und bleibt wichtig! Sie hat in der Pandemiezeit neue Formen angenommen, die wir aber auch nach der Pandemie nachhaltig nutzen möchten.    

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