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Erster Professor an die Medizinische Fakultät OWL berufen


Autor*in: Universität Bielefeld

Die Universität Bielefeld hat den ersten neuen Professor an die Medizinische Fakultät OWL berufen: Professor Dr. med. Björn Spittau übernimmt zum 1. Juli 2020 die Professur für Anatomie an der Universität Bielefeld. Zuvor war er an der Universität Rostock am Institut für Anatomie als stellvertretender Institutsleiter tätig. Der Rektor der Universität Bielefeld, Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, überreichte ihm heute im Beisein der Gründungsdekanin Professorin Dr. med. Claudia Hornberg die Berufungsurkunde.

Professor Dr. med. Björn Spittau, Jahrgang 1979, studierte und promovierte an der Universität Göttingen im Fach Humanmedizin und war dort bis 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Anatomie tätig. Anschließend wechselte er an die Universität Freiburg, wo er eine Arbeitsgruppe aufbaute, ab 2012 die Prosektur leitete, sich 2013 habilitierte und von 2014 bis 2015 eine Professur vertrat. Seit 2016 ist er Fachanatom der Anatomischen Gesellschaft. Im Jahr 2017 nahm Herr Spittau einen Ruf auf die Professur für Anatomie an der Universität Rostock an.

Prof. Dr. med. Björn Spittau (vorne links) ist als erster neuer Professor an die Medizinische Fakultät OWL berufen worden. Ihm gratulieren (v. l.) Prof’in Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL, Fakultätsgeschäftsführer Dr. Frank Lohkamp und Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld. Foto: Universität Bielefeld/S. Sättele

„An der Universität Bielefeld reizt mich die wohl einmalige Möglichkeit, den Studiengang Humanmedizin von Beginn an mitzugestalten und meine Vorstellungen von einer modernen und zeitgemäßen Ausbildung angehender Ärztinnen und Ärzten umzusetzen“, erklärt Björn Spittau. „Die junge und aufstrebende Universität bietet mit ihren zahlreichen exzellenten Arbeitsgruppen und innovativen Zentren hervorragende Kooperationsmöglichkeiten für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Forschungsschwerpunkte meiner Arbeitsgruppe.“ Wissenschaftlich beschäftigt ihn und sein Team die Frage, welche Rolle spezialisierte Immunzellen (Mikroglia) des Zentralnervensystems während der Entwicklung und Reifung sowie bei Erkrankungen des Gehirns spielen und wie diese Funktionen reguliert werden.

Im Auswahlverfahren überzeugte er mit seinem wissenschaftlichen Vortrag zum Thema „Mikroglia – die unterschätzten Zellen des Zentralnervensystems“ sowie seiner Lehrveranstaltung zum Thema „Der Respirationsapparat“.

„Kollege Spittau ist trotz seines jungen Alters ein renommierter Forscher und Lehrender. Im Bewerbungsverfahren hat er dies insbesondere mit seinem wissenschaftlichen Vortrag und seiner Lehrprobe eindrucksvoll unterstrichen. Es ist gut, dass wir seine Expertise zu einem vergleichsweise frühen Zeitpunkt in den Aufbauprozesse einbeziehen können. Dies gilt insbesondere auch für die Planungen zum Anatomie-Hörsaal und für den Aufbau des Körperspendewesens. Ich freue mich auf unsere zukünftige Zusammenarbeit“, freut sich Professorin Dr. med. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL.

Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld ergänzt: „Mit der Anatomie-Professur haben wir eines der zentralen Fächer in der Medizin besetzt. Ich habe Herrn Spittau im Bewerbungsverfahren hochmotiviert erlebt und bin sicher, dass er sich kompetent und kreativ in den Aufbau der neuen Medizinischen Fakultät einbringen wird.“
„Mit der Berufung und dem Amtsantritt des ersten Professors wird ein weiterer Meilenstein im Aufbauprozess der Medizinischen Fakultät OWL erreicht“, so Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. „Professor Spittau wird, genauso wie die bald folgenden Professorinnen und Professoren, hervorragende Bedingungen für seine Forschung und Lehre an einem innovativen neuen Standort der Universitätsmedizin vorfinden.“

Und Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen erklärt: „Anatomie ist ein unverzichtbares Basisfach für jeden angehenden Mediziner, das bei richtiger Vermittlung die Studierenden begeistern kann und sollte. Deshalb freut es mich sehr, dass wir mit Herrn Professor Spittau nicht nur einen ausgewiesenen Wissenschaftler gewinnen konnten, sondern jemanden, der vor allem auch ein Herz für eine innovative und herausragende Lehre hat.“

Mit der Berufung von Björn Spittau ist das erste von aktuell 22 laufenden Besetzungsverfahren erfolgreich abgeschlossen. Bislang sind in zehn weiteren Verfahren Rufe an Kandidat*innen erteilt. Hier laufen die abschließenden Verhandlungen. In anderen Verfahren steht der finale Beschluss durch das Rektorat über die Berufungsliste kurz bevor, in weiteren Verfahren finden öffentliche Probevorträge von Kandidat*innen statt oder es werden derzeit von externen Expert*innen Gutachten erstellt.

Zwei Professuren sind bereits durch interne Umsetzungen besetzt. Es handelt sich dabei um die Professuren für „Sustainable Environmental Health Sciences“ durch Professorin Dr. med. Claudia Hornberg (vormals Fakultät für Gesundheitswissenschaften) und für „Medizinische Assistenzsysteme“ durch Professorin Dr.-Ing. Britta Wrede (vormals Technische Fakultät).

An der Medizinischen Fakultät OWL arbeiten aktuell rund 40 Personen.

Die Professur für Anatomie ist eine sogenannte medizin-theoretische Professur, das heißt Professor Spittau arbeitet mit seiner Arbeitsgruppe an der Universität.

Zur Medizinischen Fakultät OWL

Zum Wintersemester 2021/22 bietet die Universität Bielefeld ein humanmedizinisches Studium als Modellstudiengang für zunächst 60 Studierenden an. Neben der kontinuierlichen fachbezogenen Vorbereitung auf die vielfältigen Anforderungen ärztlicher Tätigkeiten wird die Perspektive der ambulanten Medizin im neuen Modellstudiengang in besonderem Maße berücksichtigt. Für die Universität Bielefeld bedeutet die Medizinische Fakultät OWL eine strategische Erweiterung ihres Studienangebots und ihres Forschungsportfolios.

Mit dem zukünftigen Forschungsprofil legt die Medizinische Fakultät OWL den Fokus auf die Erforschung der Entstehung, Diagnostik und Versorgung chronischer Krankheiten und Behinderungen, unter besonderer Berücksichtigung der Lebensqualität der Betroffenen. Sie möchte somit die Versorgung und Teilhabe von chronisch Erkrankten und Menschen mit Behinderungen verbessern.