
Prof. Dr. Dr. h.c. Ute Frevert
Politik und Gefühle in der modernen Geschichte
Wir sprechen heute allüberall von der Emotionalisierung der Politik. Aber werden politische Entscheidungen tatsächlich von Gefühlen bestimmt oder mit Rücksicht auf die Gefühle der Bürger und Bürgerinnen getroffen? Daran schließt sich die grundsätzliche Frage nach dem Verhältnis von Politik und Gefühlen an. Bezogen auf die moderne Zeit (ab 1789), diskutieren wir den Formwandel politischer Kommunikation und die zentrale Rolle, die bürgerschaftliche Partizipation (Stichwort: Allgemeines Wahlrecht) dabei spielte.
Die Master Class findet in Ergänzung zur Norbert Elias-Lecture Verfassungsgefühle – und was sie für die Demokratie bedeuten am 19.01.2026 statt.
Die Master Class richtet sich an fortgeschrittene Bachelor- und Masterstudierende, junge Wissenschaftler*innen und Doktorand*innen und bietet die Möglichkeit, mit renommierten Forscher*innenpersönlichkeiten in Kontakt und Diskussion zu treten. Der Besuch des Vortrages am Vorabend ist nicht verpflichtend, jedoch sinnvoll, da die Master Class auf dem Vortragsthema aufbaut. Im Vorfeld wird Ihnen eine Textgrundlage zur Verfügung gestellt.
Wir ermuntern ausdrücklich auch Bachelorstudierende zur Teilnahme an der Master Class, um ihre spezifischen Interessen zu vertiefen. Für die Teilnahme an der Master Class wird Ihnen ein Zertifikat ausgestellt.
Anmeldung zur Master Class gerne mit Angabe der Fachrichtung und Statusgruppe (BA/MA/Doktorand*in) bis zum 10.01.2027 unter norbert-elias-lectures@uni-bielefeld.de
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt!
Ute Frevert ist Historikerin und Direktorin em. am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, wo sie von 2008 bis 2024 den Forschungsbereich „Geschichte der Gefühle“ leitete. Zuvor lehrte sie u.a. an der Universität Bielefeld und der Yale University als Professorin für Deutsche Geschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Sozial-, Kultur- und Politikgeschichte der Moderne. Frevert ist Präsidentin der Max Weber Stiftung, Mitglied der Leopoldina und der BBAW sowie Corresponding Fellow der British Academy for the Humanities and Social Sciences, London. Ausgezeichnet wurde sie u. a. mit dem Leibniz-Preis (1998), dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2016) und dem Sigmund-Freud-Preis (2020). Zur Emotionsgeschichte veröffentlichte sie u.a. Gefühle in der Geschichte (2021) und Writing the History of Emotions: Concepts and Practices, Economies and Politics (2024).