
Podiusmdiskussion im Kontext der Forschungsgruppe „Eigendynamiken. Analoge Strukturen des Wandels im vormodernen Ostasien und Europa“
Mit: Wolfgang Knöbl (Hamburg), Marion Eggert (Bochum) und Franz-J. Arlinghaus (Bielefeld), Moderation: Kai Bremer (Berlin)
Lange hat man unterstellt, dass seit dem Mittelalter in Europa besondere Veränderungsdynamiken zu beobachten seien, die Grundlage für Europas Aufstieg im 19. und 20. Jahrhundert gelegt hätten. Inzwischen sehen Historiker*innen anderer Weltregionen, insbesondere aus China, ihr Land ebenfalls seit frühster Zeit auf einem je eigenen Weg in die Moderne. In diesen Sichtweisen manifestiert sich nicht zuletzt das immer aktuelle Bedürfnis nach regionaler Besonderheit. Aber wie kann man vormoderne Veränderungsprozesse verschiedener Weltregionen fassen?
Wir möchten das Problem grundsätzlicher angehen und danach fragen, welche Ursachen in der Vormoderne, also der Zeit vor 1800, in Ostasien und Europa Veränderungen herbeiführten. Gegenstand der Diskussion ist der Vorschlag der Forschungsgruppe „Eigendynamiken. Analoge Strukturen des Wandels im vormodernen Ostasien und Europa“. Der lautet, kurz zusammengefasst, dass in Ostasien und Europa analoge Strukturen existieren, die beständig Veränderungen vorantrieben. Ein Konzept, das helfen soll, die dauernden Veränderungen zu fassen, ist das der Eigendynamik. Von Soziolog*innen und Politolog*innen für die Analyse von Gesellschaften der Gegenwart entwickelt, adaptiert die Forschungsgruppe dieses Konzept für die vormodernen Gesellschaften Ostasiens und Europas.
Drei Expert*innen verschiedener Disziplinen sind eingeladen, über Veränderungsdynamiken im vormodernen Ostasien zu diskutieren. Der Soziologe Wolfgang Knöbl hat sich intensiv mit historischen Prozessen auch in der Langfristperspektive auseinandergesetzt. Die Koreanistin Marion Eggert arbeitet u.a. zur vormodernen Streitkultur in Korea. Der Historiker Franz-J. Arlinghaus forscht zur deutschen und italienischen Stadt des Mittelalters. Es moderiert der Literaturwissenschaftler Kai Bremer.
Die Veranstaltung ist öffentlich, um Anmeldung über die Website wird gebeten.