Anfang November 2025 wurde mit der Unterzeichnung eines Mehrparteienvertrags der Startschuss für den dritten Bauabschnitt der Sanierung des Universitätshauptgebäudes (UHG) gegeben. Das erste Mal in Nordrhein-Westfalen setzt der BLB NRW ein Großprojekt nach dem Modell der Integrierten Projektabwicklung (IPA) um. Dabei handelt es sich um ein innovatives Vertragsmodell, bei dem alle Allianzpartner ein gemeinsames Ziel verfolgen und gemeinschaftlich die erfolgreiche Umsetzung verantworten. Als Nutzerin ist die Universität Bielefeld eng in die Planung und Bauausführung des dritten Bauabschnitts involviert
Was ist die Idee hinter der Integrierten Projektabwicklung (IPA)?
IPA setzt auf Kooperation und Partnerschaft aller Beteiligter über die gesamte Projektdauer. Statt einzelner Verträge für Planung und Bau schließen alle zentralen Akteure – Auftraggeber, Planer und Bauunternehmen – einen gemeinsamen Mehrparteienvertrag und verpflichten sich, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Risiken werden geteilt, Wissen gebündelt, und Herausforderungen können gemeinsam schneller gelöst werden. Damit unterscheidet sich IPA deutlich von klassischen Vergabeverfahren, bei denen Planung und Ausführung oft strikt voneinander getrennt sind.

© Patrick Pollmeier
Welche Rolle spielt die Universität Bielefeld in der Projektallianz?
Die Universität Bielefeld ist als Nutzerin des Hauptgebäudes in die Projektallianz des dritten Bauabschnitts involviert. Die Bedarfe und Anforderungen an die im 3. BA vorgesehenen naturwissenschaftlichen Labore für die Fakultäten Physik und Biologie wurden frühzeitig im Planungsprozess berücksichtigt. So wurden Anfang des Jahres 2025 im Rahmen von Workshops der Projektbeteiligten mit ausgewählten Architekturbüros architektonische Leitlinien für die neu zu errichtenden Gebäudeteile verabschiedet, die fortan als Grundlage für den weiteren Bauprozess dienen.
Zum Projektauftakt Anfang November 2025 legten die acht Allianzpartner mit der Unterzeichnung des Mehrparteienvertrags die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und entwickelten in Workshops, Rundgängen und Teambuilding-Aktivitäten ein gemeinsames Verständnis für das Projekt. Das neue Modell der Zusammenarbeit unter den Projektbeteiligten zeigt sich u.a. in dem Co-Working-Space mit Büroflächen für die externen Planer, den der BLB NRW aktuell in dem unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Voltmannshof errichtet. Mit dem gemeinschaftlichen Co-Working-Space auf dem Campus sollen die Allianzpartner auch räumlich näher aneinander und in unmittelbare räumliche Nähe des Bauprojekts rücken.
Über den 3. Bauabschnitt
Der geplante dritte Bauabschnitt ist der bislang größte Teil der Sanierung des Hauptgebäudes der Universität Bielefeld. Er erstreckt sich auf rund 82.000 m² Nutzfläche und umfasst die Gebäudezähne U und V inklusive Längsbau und Brücke M. In diesem Bereich sollen unter anderem Labore und Werkstätten für die Fakultäten Physik und Biologie entstehen, die den modernsten Anforderungen entsprechen. Die Bauausführung des dritten Bauabschnitts ist im direkten Anschluss an den Umzug in den zweiten Bauabschnitt geplant.
Über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW)
Der BLB NRW ist Eigentümer und Vermieter fast aller Immobilien des Landes Nordrhein-Westfalen. Mit rund 4.000 Gebäuden und einer Mietfläche von etwa 10,3 Millionen Quadratmetern verantwortet der BLB NRW eines der größten Immobilienportfolios Europas. Seine Dienstleistungen umfassen unter anderem die Bereiche Entwicklung und Planung, Bau und Modernisierung sowie Bewirtschaftung und Verkauf von technisch und architektonisch hoch komplexen Immobilien. Darüber hinaus plant und realisiert der BLB NRW im Rahmen des Bundesbaus die zivilen und militärischen Baumaßnahmen der Bundesrepublik Deutschland in Nordrhein-Westfalen. Der BLB NRW beschäftigt mehr als 3.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an acht Standorten. Weitere Informationen unter www.blb.nrw.de



