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Experimentieren in der Universität Bielefeld


Autor*in: Universität Bielefeld

Bereits zum 10. Mal findet in der letzten Woche der Sommerferien die CeBiTec-Schülerinnen-Akademie statt. Die naturwissenschaftlich begabten Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren tauchen eine Woche lang in die Biotechnologie ein. Dieses Mal liegt der Fokus auf der Biomedizin. In den Jahren zuvor waren die Bioinformatik und die Synthetische Biologie Schwerpunkthemen. So wurden die Schülerinnen über ihren Unterricht hinaus mit hochaktuellen Feldern der Wissenschaft vertraut gemacht und für ein mögliches Studium in diesem Bereich motiviert. Mittlerweile stehen die ersten Teilnehmerinnen vor zehn Jahren als heutige Mitarbeiterinnen des Centrums für Biotechnologie (CeBITec) vor dem Abschluss ihrer Promotion.

In diesem Jahr nehmen 17 Jugendliche aus OWL an der Veranstaltung vom 31. Juli bis zum 4. August 2023 teil. Das Angebot mit der Zielsetzung, besonders begabte Schülerinnen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten zu fördern und in ihrer Berufswahl zu unterstützen, wird finanziell von der Osthushenrich-Stiftung ermöglicht. Aktuell wurde die vierte Förderphase bewilligt. Die Arbeitsgruppen im Centrum für Biotechnologie unterstützen die einwöchige Schülerinnenakademie mit vielen Angeboten. Professor Dr. Jörn Kalinowski (Arbeitsgruppe Mikrobielle Genomik und Biotechnologie) organisiert gemeinsam mit Professor Dr. Norbert Grotjohann (Biologiedidaktik, Leiter des teutolab-biotechnolgie) und Professor Dr. Alfred Pühler (Ehrenvorstandsmitglied des CeBiTec) die CeBiTec-Schülerinnen-Akademie.

Gruppenbild: Prof. Dr. Norbert Grotjohann, Claudia Holle und Prof. Dr. Jörn Kalinowski (hintere Reihe v.l.) mit Nana Klaus, Soraya Isabelle Hüster undDoktorand Matthias Otto (vordere Reihe v.l.).
Auftakt bei der CeBiTec-Schüler*innen-Akademie 2023: Prof. Dr. Norbert Grotjohann (teutolab-bilotechnologie), Claudia Holle (Geschäftsführerin der Osthushenrich-Stiftung) und Prof. Dr. Jörn Kalinowski (CeBiTec) (hintere Reihe v.l.) begrüßen die Schüler*innen in der Universität Bielefeld, unter ihnen Nana Klaus aus Herford und Soraya Isabelle Hüster aus Paderborn, unterstützt von Doktorand Matthias Otto, der selbst 2012 an der Akademie teilgenommen hat (vordere Reihe v.l.).

Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag werden vormittags Vorträge gehalten und nachmittags experimentieren die Schülerinnen im Labor. Dort erlernen sie die notwendigen Arbeitstechniken zum mikrobiologischen Nachweis von Bakterien und erhalten Einblicke in die Technik der Nanoporen-Sequenzierung sowie dessen bioinformatischen Auswertung zur Entschlüsselung eines mikrobiellen Genoms. Dann wird dem Ursprung von SARS-CoV-2 sowie dessen Evolution auf die Spur gegangen. Zudem erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die histologische Tumordiagnostik. Am Freitag präsentieren sie die von ihnen selbst durchgeführten Versuche und erhalten abschließend ein Zertifikat über die Teilnahme.

Inhaltlich stehen auf dem Programm der Akademiewoche eine Einführung in die Thematik der industriellen Biotechnologie (Professor Dr. Volker Wendisch, Arbeitsgruppe Genetik der Prokaryoten), ein Einblick in die Forschung und Entwicklung der Biotechnologie mit Mikroalgen (Dr. Jan Mussgnug, Arbeitsgruppe Algenbiotechnologie und Bioenergie) und die Vorstellung der Produktion von Pharmazeutika (Dr. Heino Büntemyer, Arbeitsgruppe Zellkulturtechnik).

Eine besondere Rolle übernimmt Professor Dr. Karsten Niehaus mit seiner Arbeitsgruppe Proteom‐ und Metabolomforschung. Er stellt den Jugendlichen den Forschungsbereich der mikroskopischen Histopathologie vor und bietet zudem auch eine Experimentiereinheit im Labor an. Interessant für die Schülerinnen ist auch der Vortrag von Prof. Dr. Jörn Kalinowski zur medizinischen Genomik und die Diskussionsrunde zur CRISPR/Cas-Methode. Zudem stehen die Studierenden des iGEM- Studierendenteam (Internationaler Wettbewerb für Biologie-Studenten) als Gesprächspartner*innen zur Verfügung.

Als Gastvortragender konnte Dr. Robert Kulis-Horn des MVZ Labor Krone (Bad Salzuflen) gewonnen werden. Er wird heute über die Praxis in einem laboratoriumsmedizinischen Unternehmen und die molekulargenetische Diagnostik von Corona-, HI- und Affenpocken-Viren berichten. Zuvor werden verschiedene Studiengänge im Bereich der Biologie, Biotechnologie und Medizin vorgestellt. Ein besonderes Highlight sind die gemeinsamen Abendveranstaltungen und die obligatorische Übernachtung im Jugendgästehaus.

„Die Akademie geht auf eine Initiative von Dr. Werner Selbitschka und Professor Dr. Walter Arnold gemeinsam mit Professor Alfred Püher zurück. Auch das teutolab-biotechnologie ist von Anfang an mit laborpraktischen Versuchen beteiligt.“, erinnert Prof. Dr. Norbert Grotjohann an die Ursprünge der Akademie. „Viele der inzwischen über 150 Teilnehmenden aus ganz Ostwestfalen-Lippe wurden durch die Akademie in ihrer Studienfachwahl unterstützt.“