Medizin: Anschubfonds fördert neue Projekte

Die Forschungsthemen reichen von Analysen neuer Therapien für psychische Störungen über digitale Anwendungen in der ambulanten Versorgung bis zur Untersuchung biologischer Prozesse bei der Krankheitsentstehung. Der Anschubfonds Medizinische Forschung (AMF) der Universität Bielefeld unterstützt acht neue Kooperationsprojekte. Das Rektorat der Universität hat die Förderempfehlung der Auswahlkommission jetzt bestätigt. Beantragt worden waren 19 Projekte.


Wie in der ersten Förderrunde unterstützt der AMF auch dieses Mal Kooperationen zwischen forschenden Ärzt*innen des Universitätsklinikums OWL, ambulant tätigen Ärzt*innen in OWL und Wissenschaftler*innen der Universität Bielefeld. Diese Kooperationen dienen der Vorbereitung von gemeinsamen Drittmittelanträgen. Als Teil der zweiten AMF-Förderrunde unterstützt eine neue zweite Förderlinie Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen, damit sie daran arbeiten können, wissenschaftlich eigenständig zu werden und ein eigenes Profil zu entwickeln.

Drei Projekte befassen sich mit neuen Therapien. In ihnen geht es um robotergestützte Therapieverfahren bei Kindern, Achtsamkeits- und neuropsychologische Trainings in der Therapie von Depressionen sowie Verfahren zur Selbsthilfe für emotional instabile Patient*innen.

Ein anderes Projekt untersucht den Einsatz einer transdiagnostischen App in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung von Jugendlichen. Ein weiteres Projekt widmet sich der Bewertung der Fahrtauglichkeit in der Rehabilitation nach Schlaganfall.

In den drei weiteren Kooperationen werden biologische Prozesse bei der Krankheitsentstehung untersucht. Die Projekte erforschen die Entstehung von entzündlichen Hirnerkrankungen, neue Medikationen bei der Tumorchirurgie sowie Geschlechtsunterschiede bei Migränepatient*innen.  

Eine Website stellt alle ausgewählten Projekten und die Beteiligten vor.

Bilder der Personen: Prof’in Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL, und Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Rektoratsbeauftragter Forschungsvernetzung Medizin der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Auswahlkommission
Sie haben die sechs neuen Kooperationsprojekte mit ausgewählt: Prof’in Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL, und Prof. Dr. Martin Egelhaaf, Rektoratsbeauftragter Forschungsvernetzung Medizin der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Auswahlkommission. Foto: Universität Bielefeld/M.-D. Müller

Förderung von Wissenschaftler*innen in frühen Karrierephasen

„Bei den zahlreichen spannenden Forschungsvorhaben fiel der Auswahlkommission die Entscheidung nicht leicht“, sagte Professor Dr. Martin Egelhaaf, Rektoratsbeauftragter Forschungsvernetzung Medizin der Universität Bielefeld und Vorsitzender der Auswahlkommission. „Die ausgewählten Projekte bereichern nicht nur das Forschungsprofil der Medizinischen Fakultät, sondern entsprechen auch dem Ziel, interdisziplinäre sowie intersektorale Vernetzung zu fördern. Gefreut haben wir uns über den hohen Frauenanteil und über die engagierten Anträge insbesondere auch von Wissenschaftler*innen in ihrer frühen Karrierephase.“

Professorin Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL und stellvertretende Vorsitzende der Auswahlkommission, fügt hinzu: „Überzeugen konnten die zum Forschungsprofil passenden Anträge mit innovativen Forschungsideen, einem durchdachten Arbeitsplan und einem erkennbaren Potenzial für die spätere Drittmittelakquise. Zudem sind viele Kooperationsvorhaben zwischen den Kliniken und der Medizinischen Fakultät OWL eingegangen. All diese Aspekte entsprechen unseren Förderzielen und zeigen, dass wir bei der Entwicklung der medizinischen Arbeitsgruppen und der gewünschten Schärfung unseres Forschungsprofils auf einem guten Weg sind.“

Im Vergleich zur ersten Ausschreibungsrunde lag der Anteil der Frauen unter den 63 Antragsstellenden deutlich höher. Dieses Mal zählten 25 Frauen (40 Prozent) zu den Antragsstellenden. Beteiligungen aus der Universität (42 Prozent) und aus den klinischen Einrichtungen des Universitätsklinikums OWL (54 Prozent) waren fast ausgewogen. Zudem hatten sich vier Ärzt*innen aus niedergelassenen Praxen beworben.

Fonds zur Stärkung des Forschungsprofils

Die Universität Bielefeld fördert mit dem Anschubfonds Medizinische Forschung (AMF) zukunftsweisende Projekte, die das Forschungsprofil der Medizinischen Fakultät OWL stärken. Insgesamt werden dafür insgesamt 1,1 Millionen Euro aufgewendet. Im Fokus der AMF-Projekte steht die Medizin für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Das Ziel ist die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung, Teilhabe und Lebensqualität von Patient*innen. Der AMF soll trägerübergreifende Forschung innerhalb des Universitätsklinikums OWL anregen und Kooperationen mit Forschenden aus der ambulanten und stationären Medizin sowie den Fakultäten der Universität Bielefeld beflügeln. Die Anschubförderung soll den Kooperationspartner*innen die anschließende Beantragung einer Drittmittelförderung ermöglichen.

Ausgewählt wurden die acht neuen AMF-Projekte von einer interdisziplinären, achtköpfigen Auswahlkommission, die mit namhaften Wissenschaftler*innen anderer Medizinstandorte besetzt ist. Die Förderempfehlung der Auswahlkommission wurde jetzt vom Rektorat der Universität Bielefeld bestätigt. Für die erste Förderrunde des AMF waren 2020 sechs Kooperationsprojekte bewilligt worden.