Bielefelder Wissenschaftler*innen an zwei neuen Verbünden zu Integrations- und Migrationsforschung beteiligt

22.12.2021
von: Universität Bielefeld

Im Januar 2022 starten die neuen Forschungsverbünde „Diskriminierung und Rassismus“ und „Räume der Migrationsgesellschaft“. Die zwei Verbünde sind in der Forschungsgemeinschaft des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) angesiedelt. Wissenschaftler*innen des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld sind an beiden Forschungsverbünden beteiligt.

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) trägt dazu bei, Maßnahmen umzusetzen, die der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus im November 2020 beschlossen hat. Die DeZIM-Forschungsgemeinschaft startet dafür die zwei neuen Forschungsprojekte. Sie werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.

Forschungsverbund „Diskriminierung und Rassismus“

Um den Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) zu flankieren, ruft die DeZIM-Forschungsgemeinschaft den Forschungsverbund „Diskriminierung und Rassismus“ (FoDiRa) ins Leben. Der Forschungsverbund will systematisch zentrale Bereiche untersuchen, in denen rassistische Einstellungen und Vorurteile entstehen, sich reproduzieren, verstärken oder abschwächen. Das gilt für die Lebensbereiche Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und Sport sowie für Medien und die „digitale Arena“ – Internet und soziale Medien. Der Forschungsverbund will dabei weitere neue und innovative quantitative Methoden zur Erforschung der Ursachen von Diskriminierung und Rassismus entwickeln. Diese sollen in den Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) eingehen.

Die Forschenden des FoDiRa kommen außer vom IKG der Universität Bielefeld zum Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg, dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Osnabrück, dem Interdisziplinäres Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM), Duisburg-Essen und dem Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES).

Forschungsverbund „Räume der Migrationsgesellschaft“

Ein zweiter neuer Forschungsverbund der DeZIM-Forschungsgemeinschaft widmet sich dem Thema „Räume der Migrationsgesellschaft“. Er soll Erkenntnisse über Integrations- und Inklusionsprozesse im Kontext von Migration sowie über konstruktive Konfliktlösungen in Kommunen, Städten und Stadtteilen gewinnen und setzt damit an vorangegangener Forschung am DeZIM-Institut an. Diese Erkenntnisse kommen auch dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zugute, welches das DeZIM unterstützt.

In dem Projekt kooperieren Wissenschaftler*innen des IKG der Universität Bielefeld mit Kolleg*innen des Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Osnabrück.

Projekte als Teil des Ausbaus des DeZIM

Der Kabinettsausschuss zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus hat im November 2020 im Rahmen seines Maßnahmenpakets beschlossen, das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) dauerhaft zu stärken und langfristig auszubauen. Die Bundesregierung erhöht dafür die Projektmittel für die nachhaltige Vernetzung von Wissenschaftler*innen der DeZIM-Forschungsgemeinschaft, sie fördert die Zusammenarbeit zwischen DeZIM-Forschenden und relevanten Akteur*innen aus der Praxis sowie den Ausbau des DeZIM-Forschungsdatenzentrums (DeZIM.fdz). Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kann die DeZIM-Forschungsgemeinschaft jetzt die zwei neuen Forschungsverbünde starten und zwei laufende Forschungsverbünde ausbauen. Sie stärkt damit die Wissensbasis zu Migration, Exklusion und demokratischer Teilhabe.

Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) gründete die Forschungsgemeinschaft des Deutschen Zentrums für Integration und Migration (DeZIM) 2017 gemeinsam mit sechs weiteren Forschungsreinrichtungen.

Bislang forschten IKG-Wissenschaftler*innen innerhalb der DeZIM- Forschungsgemeinschaft in dem Auftaktprojekt „Religiöser Extremismus und Radikalisierung aus migrations- und integrationstheoretischer Perspektive“ (2017 bis 2019). Außerdem wirkten sie an zwei Kurzstudien im Rahmen des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) mit: „Rassismus, Teilhabe, und Medien“ und „Umgang mit Rassismuserfahrungen“ (beide zwischen 2020 und 2021). Ab Januar 2022 sind Forschende des IKG einschließlich der zwei neuen Kooperationen an insgesamt drei DeZIM-Projekten beteiligt. Bei der dritten Kooperation handelt es sich um das seit 2020 bestehende Verbundprojekt „Neuaushandlung lokaler Ordnungen“.