Internationale digitale Lehre eröffnet neue Perspektiven

13.12.2021
von: Universität Bielefeld

Gemeinsam Lehren und Lernen über Ländergrenzen hinweg: Wie internationales kollaboratives Online-Lernen und Lehren funktionieren kann, haben die Universität Bielefeld als Projektleiterin, die Universität Paderborn, die Fachhochschule Bielefeld und die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) mit ihren vier Partnerhochschulen in der kanadischen Region Alberta mit gemeinsamen Lehrveranstaltungen erfolgreich erprobt. Bei „We CAN virtuOWL“ entwickelten die deutsch-kanadischen Projektpartner*innen neue gemeinsame, digitale Lehr- und Lernformate und ermöglichten ihren Studierenden den Zugang zu internationalen Erfahrungen, ohne reisen zu müssen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderten das Projekt, das nun abgeschlossen wurde.

Kern des Projekts waren neun internationale kollaborative Online-Lehrveranstaltungen der vier Hochschulen aus OWL mit den Partneruniversitäten University of Alberta, MacEwan University, Concordia University of Edmonton und dem Northern Alberta Institute of Technology in Edmonton. Diese kollaborativen Lehrprojekte liefen vom Wintersemester 2020/2021 bis zum aktuellen Wintersemester 2021/2022 und deckten verschiedene Fächer ab: von Wirtschaft, Sozialarbeit, Chemie, Pädagogik, Anglistik und Informatik bis hin zu Gender Studies. In einem Kick-off-Meeting berichteten zwei Dozentinnen der Pilotprojekte über ihre Erfahrungen mit ihrem ersten kollaborativen Online-Kurs. Die Lehrveranstaltungen liefen nach dem Prinzip des Collaborative Online International Learning (COIL): Ziel dieser Kooperationen ist es, Studierenden und Lehrenden globale Erfahrungen innerhalb ihrer Studienprogramme zu ermöglichen.

Während der Projektlaufzeit fanden monatliche virtuelle Austauschtreffen der „Community of Practice“ statt, um einen interdisziplinären Austausch für die Dozent*innen und Projektmitarbeitenden zu Themen wie digitale Tools, Evaluation und weitere Fördermöglichkeiten für die transatlantische Zusammenarbeit zu schaffen. Nach Ende der Projektlaufzeit werden einige der deutsch-kanadischen Online-Lehrformate nun weitergeführt.

„Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, mit Partnern weltweit in Kontakt zu bleiben und nachhaltige Beziehungen für internationales Lernen und Lehren aufzubauen“, sagt Professorin Dr. Angelika Epple, Prorektorin für Forschung und Internationales der Universität Bielefeld. „Ohne das Engagement und die Begeisterung aller Beteiligten für die internationale Lehre wäre We CAN virtuOWL nicht möglich gewesen.“

Auch Professor. Dr. Torsten Meier, Vizepräsident für Internationale Beziehungen an der Universität Paderborn, betont den Stellenwert internationaler Kommunikation: „Interkulturelle Kompetenzen und das frühe Aufbauen internationaler Kontakte und Netzwerke gehören heute mehr denn je zu einem guten Qualifikationsprofil für Lehrende und Lernende. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir unseren Studierenden mit dem Projekt eine weitere Möglichkeit für den Austausch über Landesgrenzen hinweg bieten konnten.“

Professor Dr. Ulrich Schäfermeier, Vizepräsident für Internationales und Digitalisierung an der FH Bielefeld, bedankt sich ebenfalls bei allen Aktiven und resümiert: „Nur global vernetzte Wissenschaft und Lehre genügt den Anforderungen der heutigen Zeit. Hier liegt ein Schatz, den wir mit vielen Partnern dabei sind zu heben und wofür wir seit Jahren systematisch Aufbauarbeit leisten. We CAN virtuOWL zeigt in eindrucksvoller Weise, dass dies auch unter den Bedingungen der Pandemie gelingt.“

Ergänzt wurden die virtuellen deutsch-kanadischen Lehrveranstaltungsreihen durch ein digitales Studierendenaustauschprogramm und ein E-Tandem, um den interkulturellen Austausch für die Studierenden über das virtuelle Klassenzimmer hinaus zu fördern. Kombiniert mit den deutsch-kanadischen Lehrveranstaltungen konnten die Studierenden eine internationale Perspektive auf ihr Fach gewinnen und ein soziales und berufliches Netzwerk über ihre eigene Universität oder Hochschule hinaus aufbauen. Diese virtuellen Austauschmöglichkeiten kamen bei den Studierenden gut an: Sie bedankten sich zum Ende des Projekts für diese niedrigschwellige und kostenlose Möglichkeit, die Welt zu sehen – oder zumindest Kanada und Deutschland.  

„Der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist es ein wichtiges Anliegen, ihren Studierenden interkulturellen Austausch zu ermöglichen. Umso mehr freuen wir uns, dass die sie über das Projekt We CAN virtuOWL auch in diesen Zeiten internationale Beziehungen und Kompetenzen aufbauen können“, freut sich Professorin Dr. Yvonne-Christin Knepper-Bartel, Vizepräsidentin für Bildung und Internationalisierung an der TH OWL.

Die Alberta-OWL-Partnerschaft beruht auf dem Austausch von Studierenden und Praktikant*innen sowie auf der gemeinsamen Forschung. In OWL sind neben der Universität Bielefeld die Fachhochschule Bielefeld, die Universität Paderborn und die Technische Hochschule OWL Mitglieder des Projekts. Unterstützt werden die Partnerschaft und das Projekt We CAN virtuOWL außerdem vom New Yorker Büro von Campus OWL.

Lehrende der OWL-Hochschulen, die sich für internationale Lehrkooperation interessieren, erhalten im jeweiligen International Office ihrer Hochschule Unterstützung.

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