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Mindestens jede dritte Lehrveranstaltung soll ab Oktober vor Ort stattfinden


Autor*in: Universität Bielefeld

„Die Sehnsucht nach mehr Normalität und einer Rückkehr in Seminarraum und Hörsaal ist deutlich spürbar. Viele unserer Studierenden schildern uns, wie sehr sie den Kontakt und den unmittelbaren Austausch mit den Kommiliton*innen und Lehrenden vermissen“, so Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld. „Studierende waren knapp eineinhalb Jahre sehr solidarisch, haben die eigenen Bedürfnisse zurückgestellt. Jetzt muss die Politik auch sie in den Blick nehmen, insbesondere beim Impfen. Das Ziel bei unserer Lehrplanung ist: Mehr als 30 Prozent der Lehrveranstaltungen sollen im Wintersemester wieder präsent stattfinden. Dafür schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen.“

An der Universität Bielefeld laufen die Planungen für das Wintersemester 2021/22. Die Fakultäten und Lehrenden konzipieren die Lehrangebote. Grundlage für diese Planungen ist ein Eckpunktepapier, das aktuell abgestimmt wird und das neben dem 30-Prozent-Ziel auch den organisatorischen und infrastrukturellen Rahmen beschreibt.

„Wir setzen bei unseren Planungen darauf, dass im Oktober ein großer Teil der Studierenden geimpft ist. Daneben haben wir weiterhin ein unkompliziertes Testangebot auf dem Campus“, so der Kanzler der Universität Bielefeld, Dr. Stephan Becker. Er leitet den Krisenstab der Universität und ist für die organisatorischen sowie infrastrukturellen Corona-Maßnahmen verantwortlich. „ Unter diesen Voraussetzungen können wir öffnen, werden aber weitere Vorkehrungen treffen. Dies tun wir aktuell mit Hochdruck.“

Zentral: Studierende, die an einer Lehrveranstaltung vor Ort teilnehmen, müssen also entweder geimpft, genesen oder getestet sein.

„Impfen ist ein zentraler Faktor für die geplante Öffnung. Nach den Schülerinnen und Schülern sollten auch die Studierenden und Lehrenden im Herbst spezielle Impfangebote bekommen“, fordert Rektor Sagerer. Kanzler Becker ergänzt: „Die Stadt Bielefeld teilt dieses Ziel und wird uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Universität und Stadt ziehen hier an einem Strang und hoffentlich können wir bald konkrete Fortschritte verkünden.“

Lehrplanung unter schwierigen Voraussetzung

Die Universität Bielefeld setzt bei ihren Lehrplanungen auf drei Säulen: Präsenz-, Online- und Hybridlehre.

Nach aktuellen Prognosen wird auch im Oktober noch gelten: Hygieneregeln beachten und Abstand halten. Gerade die Abstandregel stellt die Lehrplanungen vor besondere Herausforderungen, da die Hörsäle und Seminarräume nicht im gewohnten Umfang belegt werden können. Hier wird aktuell geprüft, wie die Kapazitäten gegenüber den aktuell geltenden Belegungsplänen erhöht werden können. Denkbar sind eine Reduzierung der Abstände oder Abtrennungen (bspw. durch Plexiglasscheibe). Hier ist die Universität auch abhängig von den rechtlichen Vorgaben. Darüber hinaus gibt regelmäßiges Lüften Sicherheit. Dafür installiert die Universität in ihren Seminarräumen mehr als 100 Luftreinigungsgeräte und die Lüftungsanlagen in den Hörsälen und der Universitätsbibliothek wurden von Umluft auf Frischluft umgestellt. Wenn rechtlich gefordert, können sich Studierende in den Lehrveranstaltungen unkompliziert namentlich und sitzplatzbezogen registrieren.

Große Veranstaltungen – nach aktueller Definition mit mehr als 50 Teilnehmer*innen – werden auch im Wintersemester noch nicht komplett vor Ort stattfinden können. Diese müssen weiterhin überwiegend online durchgeführt werden. Alternativ können die Kurse geteilt werden – eine Gruppe ist vor Ort, die andere nimmt online teil. Für diese hybride Lehre schafft die Universität Bielefeld rund 50 mobile Übertragungseinheiten und weitere 100 flexibel einsetzbare Kamera-/Mikrofon-Einheiten an, mit deren Hilfe eine qualitativ gute Übertragung aus Hörsaal oder Seminarraum möglich wird.

Zudem sollen in einem deutlich größeren Umfang als aktuell wieder Arbeitsplätze auf dem Campus geöffnet werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, denn nicht jede*r Studierende kann beim Wechsel zwischen einer präsenten und einer Online-Veranstaltung rechtzeitig zuhause sein.

„Nach wie vor gilt bei all unseren Planungen: Studierende, die seit März letzten Jahres ein Studium begonnen haben – also im kommenden Wintersemester im dritten, zweiten und ersten Semester sind – haben bei den Planungen Vorfahrt, “ erklärt Rektor Sagerer. „Sie haben die Universität bislang so gut wie gar nicht von Innen erlebt. Für sie gibt es auch im kommenden Semester besondere Beratungs- und soziale Angebote.“

Unsicherheit bei Studieninteressierten

Insbesondere junge Menschen, die über die Aufnahme eines Studiums nachdenken, sind häufig verunsichert. Sollen sie noch warten? Können unter diesen Umständen ein sinnvoller Studienstart und der soziale Anschluss an Kommiliton*innen gelingen? Rektor Sagerer ist sicher: „Wer über ein Studium nachdenkt, sollte nicht warten. Die Universität Bielefeld hat sich gut auf die Situation eingestellt, wird Mentoring-Programme auflegen und wird mit den geplanten Öffnungen insbesondere den neuen Studierenden einen guten Start ermöglichen.“

Für Studieninteressierte bietet die Universität Bielefeld im Rahmen der Studien-Info-Wochen vom 12. bis zum 26. Juni umfangreiche virtuelle Informations- und Beratungsangebote. Zudem gibt es in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit, sich für einen Newsletter für Studieninteressierte anzumelden, und über diesen regelmäßig zielgruppenspezifischen Nachrichten zu erhalten. Weitere Informationen unter: www.uni-bielefeld.de/studieninteressierte.