Universität Bielefeld startet ins dritte „Corona-Semester“

12.04.2021
von: Ingrid Aschmann

Bereits zum dritten Mal kann die Universität Bielefeld heute (12.04.2021) ihre neuen Studierenden zum Semesterstart nicht wie gewohnt im Hörsaal, sondern nur per digitaler Veranstaltung begrüßen – das Corona-Infektionsgeschehen und die aktuell geltenden Regelungen lassen nach wie vor Präsenzveranstaltungen nur in Ausnahmefällen zu. Im Sommersemester 2021 starten 1.150 neue Studierende ihr Studium an der Universität Bielefeld. Die beliebtesten Fächer sind: Bildungswissenschaften, Anglistik und Geschichtswissenschaft.

In einem Zelt auf der Uni-Wiese können sich neue Studierende im April eine Begrüßungstasche mit Uni-Schriftzug abholen. Foto: Universität Bielefeld

In Bielefeld gilt aktuell die Notbremse und das Infektionsgeschehen ist weiterhin hoch dynamisch – wir müssen daher auch zum Sommersemester leider wieder überwiegend digital starten“, so Gerhard Sagerer, Rektor der Universität. „Ob und wann eine Entspannung eintritt und wieder mehr in Präsenz möglich ist, können wir heute nicht absehen. Und doch fordern unsere Studierenden und Lehrenden Planungssicherheit ein. Daher hat das Rektorat entschieden, von Planungen abzusehen, die einen eventuellen Wechsel der Seminare oder Vorlesungen von digital zu Präsenz vorsehen.“

Selbst wenn sich das Infektionsgeschehen im Laufe der kommenden Wochen so verändert, dass auch wieder mehr Präsenzveranstaltungen möglich sein könnten, wird das Semester also überwiegend als Online-Semester zu Ende gebracht. Hintergrund: Ein Wechsel im laufenden Semester kann für viele Studierende Probleme bedeuten, da sie beispielsweise ihren Wohnsitz aktuell nicht in Bielefeld haben oder ihre Jobs so geplant haben, dass Präsenzveranstaltungen nicht besucht werden können. Auch für Lehrende ist ein kurzfristiger Wechsel mit einem großen didaktischen und organisatorischen Aufwand verbunden.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da wir wissen, wie wichtig der persönliche und direkte Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden ist“, so Sagerer. „Wir halten es daher für wichtig und sinnvoll im Laufe des Semesters flexibel reagieren zu können: Wenn es die Infektionslage wieder zulässt, sollen einzelne Termine auch – nach Absprache zwischen Lehrenden und Studierenden – wieder vor Ort durchgeführt werden können. Dies gilt insbesondere für neue Studierende, die die Universität noch gar nicht kennen.“

Weiterhin möglich sind spezielle Präsenzlehrveranstaltungen wie zum Beispiel Laborpraktika, sportpraktische oder künstlerische Lehrveranstaltungen, die auf spezielle Räumlichkeiten angewiesen sind und nicht online durchgeführt werden können. Mündliche und schriftliche Prüfungen werden grundsätzlich als Online-Prüfungen durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen sind derzeit Prüfungen in Präsenz möglich.

Aufgrund der aktuell geltenden „Notbremse“ in Bielefeld musste auch der Zugang zur Universitätsbibliothek wieder einschränkt werden. Ausleihe und Rückgabe von Literatur sind möglich, allerdings müssen die benötigten Medien zuvor bestellt werden. Beratung erfolgt digital per Mail, per Telefon oder per Chat. Den tagesaktuell gültigen Stand der Nutzungsbedingungen finden Nutzer*innen hier: https://www.ub.uni-bielefeld.de/ub/coronavirus/

Arbeitsplätze für Studierende kann die Universität aufgrund der Regelungen in den Gebäuden zurzeit nicht zur Verfügung stellen. Serviceeinheiten wie der Infopunkt, das Studierendensekretariat, die Zentrale Studienberatung (ZSB), das International Office (IO), die Beratung im BITS oder die Prüfungsämter in den Fakultäten sind weiterhin nur per E-Mail, online oder über Telefon erreichbar. Auch die Mensa bleibt geschlossen. Ein eingeschränktes Speisenangebot gibt es in der Cafeteria im Gebäude X zum Mitnehmen. Die Universitätsgebäude sind für Publikumsverkehr geschlossen. In den Gebäude und auf dem Campus gilt: 1,5m Abstand halten. Auf den Verkehrsflächen in den Gebäuden gilt Maskenpflicht.

Digitale Erstsemesterbegrüßung


Mit einer Erstsemesterbegrüßung in digitaler Form heißt die Universität die neuen Studierenden willkommen. Dabei sprechen der Rektor, Gerhard Sagerer, der Studiendekan der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Dr. Jan Andres, sowie die zwei studentischen Vertreterinnen Annika Vinzelberg (AStA-Vorsitzende) und Marta Pätz (Peer Learning) über Unterstützungsangebote der Universität für einen guten Studieneinstieg. Dazu gibt es aktuelle Eindrücke vom Campus und einen Videogruß von Oberbürgermeister Pit Clausen. Unter www.uni-bielefeld.de/studienstart finden die Erstsemesterstudierenden ein umfangreiches Info-Paket für ihren Start an der Universität. Übrigens: Das obligatorische Begrüßungsgeschenk, die Tasche mit Uni-Schriftzug, können sich die neuen Studierenden zum Semesterbeginn in einem Zelt auf der Uni-Wiese abholen.

Wertschätzung für Engagement der Fachschaften


„Wir möchte zum Semesterbeginn einen Fokus auf die herausragende Arbeit und das besondere Engagement unserer Fachschaften für Erstsemesterstudierende in diesen Corona-Semestern legen“, so Sagerer. „Sie tragen mit ihren Orientierungsangeboten entscheidend dazu bei, dass den Studierenden ein guter Start an der Universität gelingt.“ Viele Fachschaften haben Formate wie die Ersti-Wochen in den vergangenen Monaten ins Digitale gebracht oder neu umgesetzt. Diese Leistung honoriert die Universität mit Unterstützung der Universitätsgesellschaft mit insgesamt 5.000 Euro. Dieses Geld wird unter den Fachschaften aufgeteilt. Das Geld kann frei von den Fachschaften verwendet werden, z.B. für ein neues Sofa im Fachschaftsraum oder einen gemeinsamen Ausflug.

Bürger*innen-Testzentrum auf dem Campus


Zum Semesterstart hat die PVM GmbH ein Bürger*innen-Testzentrum im Gebäude X auf dem Campus eröffnet. Die Universität ist hier Kooperationspartnerin und unterstützt so die Ausweitung von Corona-Schnelltestkapazitäten in der Stadt. Hier kann sich jede*r Bürger*in einmal wöchentlich kostenlost testen lassen. Die Universität als Arbeitgeber eröffnet für Beschäftigte, die auf dem Campus arbeiten müssen, die zusätzliche Möglichkeit, sich einmal pro Woche mit einem Schnelltest im Testzentrum testen zu lassen. Auch für Studierende, die vor Ort studieren müssen (z.B. Laborpraktika, sportpraktische Lehrveranstaltungen), gibt es ein freiwilliges Testangebot z.B. vor Ort in den Laboren oder im Testzentrum. Die betroffenen Fakultäten und Fächer sind informiert.

Wintersemester beginnt eine Woche später


Die Vorlesungszeit für das Wintersemester 2021/22 ist vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW um eine Woche verschoben worden. Es beginnt jetzt am 11. Oktober 2021. Ursache dafür ist das Ende der Bewerbungsphase im Dialogorientierten Serviceverfahren, das aufgrund verschobener Abiturprüfungen in einigen Ländern ebenfalls vom 15. auf den 31. Juli verlegt wurde.