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Blick in die Historie: Das Richtfest am ZiF


Autor*in: Universität Bielefeld

Im März 1972 feiert das Gebäude des ZiF am Wellenberg – heute Methoden – Richtfest. In der Neuen Westfälischen heißt es daraufhin, die „Bastion der Wissenschaft“ sei im Rohbau fertiggestellt. Nachdem die Bauarbeiten im Mai 1971 begonnen hatten, wird das Gebäude im Oktober 1972 bezogen. Konzeptionell geht es den Planern von Anfang an um die Institutionalisierung folgender Prämisse: Interdisziplinarität als Verfahren.

Als das ZiF im Oktober 1972 aus Rheda in sein heutiges Gebäude zog, sah man auf dem Platz des Universitätshauptgebäudes lediglich 30 mächtige Türme – für die Aufzugschächte – aus dem Boden ragen. So war der zeitliche Vorsprung des ZiF klar sichtbar und dies war auch gewollt. So konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität in den ZiF-Wohnungen arbeiten, bis das Universitätshauptgebäude 1976 fertiggestellt war. Insgesamt umfasste der ZiF-Neubau neben mehreren Sitzungsräumen, Büros für die Verwaltung, Mensa und der ZiF-Bibliothek auch über 30 Wohnungen und ein Schwimmbad für die Fellows. Der Gesamtbau kostete ungefähr 15 Millionen DM (nach heutiger Kaufkraft über 20 Millionen Euro).

Das ZiF nach der Fertigstellung aus der Vogelperspektive. Eine Luftaufnahme des Zentrums für Interdisziplinarität aus dem Jahr 1975. Foto: ZiF / G. Rudolf

Die erste Forschungsgruppe, die im ZiF schließlich im April 1973 startete, befasste sich mit der „Neuen Mathematik“ (Mengenlehre). Dieses Thema war durchaus bewusst gewählt: In den 1970er Jahren gab es kaum ein größeres Aufregerthema an deutschen Schulen. Seit dieser ersten Gruppe, deren Mitglieder (Fellows) für die Dauer der Forschungsgruppe im ZiF lebten und zusammen das Thema bearbeiteten, änderte sich an diesem Modus Operandi nichts. Die Einladungsliste definiert sich damals wie heute über das Thema und die gelebte Interdisziplinarität zu einem nicht geringen Teil über die Nähe, die das gemeinsame Wohnen schafft.

Mehr zu den Anfängen des Zentrums für Interdisziplinäre Forschung gibt’s im Chronikbeitrag zum Universitätsjubiläum.